Wie ein Scherz für den BVB-Hype in Indien sorgte

Dortmunds Internet-Transfer

Borussia Dortmund will den Kapitän der indischen Nationalmannschaft verpflichten – dieses Gerücht geisterte am Wochenende um die Welt. In Indien sorgte das für einen echten Hype, in Dortmund für Irritationen. Denn der Ursprung war ein Scherz eines Journalisten.

Tagebücher können für ganz schöne Verwirrung sorgen, das weiß man nicht nur beim »stern«. Stefan Schinken, Redakteur beim »RevierSport«, hätte sich aber wohl auch nicht vorstellen können, was sein Tagebuch-Eintrag auslösen würde. Am 11. Juli berichtete er aus dem Trainingslager des BVB über die Auswüchse nach der Verpflichtung des Armeniers Henrikh Mkhitaryan, die in dessen Heimatland einen echten Dortmund-Boom ausgelöst hatte. In seiner Glosse schlug Schinken deshalb den Borussen vor, den Inder Sunil Chhetri zu verpflichten. »Der 28-Jährige Angreifer, der derzeit für die Reserve von Sporting Lissabon spielt, wäre für unter einer Million Euro zu haben, ist in seiner Heimat beliebt und erzielte in 61 Länderspielen immerhin 36 Tore – für Indien! Dort warten rund 1,25 Milliarden (!) potenzielle BVB-Fans…«

Ein Übersetzungsfehler bringt die Geschichte ins Rollen

So weit, so unspektakulär. Der Blogger »Dembowski« berichtet, wie er den Scherz in einen Bericht für »ESPN FC« aufnahm. In seinem Text zitierte er Schinken und schrieb: »This (der Hype um Mkhitaryan, die Red.) led German football weekly Reviersport to suggest that Dortmund should now set their sights on Sporting Lisbon and India international Suni Chhetri.« Daraus war allerdings in Kürze ohne Dembowskis Zutun der Satz »Dortmund eyes India star« geworden. Und dies sorgte in Indien für helle Aufregung.

»BVB« wurde am Sonntag zu einem der meistgetwitterten Begriffe in Indien, Chhetris Homepage brach zeitweise zusammen. 15 Medien-Anfragen aus Indien, unter anderem von der »Times of India«, sollen bei den Dortmundern eingegangen sein. Arunava Chaudhuri, ein Blogger über den indischen Fußball, klärte auf seiner Seite noch einmal auf, dass es sich bei dem Ursprungstext um Ironie handelte. »I got a first call at 6am German time on Saturday morning asking me about the imminent transfer with me not knowing what the person on the other side was talking about.«

Der »Reviersport« stellt klar: Chhetri nicht zum BVB

Doch auch sein Statement konnte die Lage nicht beruhigen: »About three hours later I put out an article on my blog (Borussia Dortmund not interested in Sunil Chhetri, Reviersport article meant with sarcasm) to clarify that Sunil Chhetri wasn't coming to Dortmund, but in-between those three hours I was inundated with calls, mails and messages with people expecting me to simply confirm the happy news, then it was reported in the German media, so no one was worried it could be wrong.«

Am Montag sah sich dann auch Stefan Schinken vom »Reviersport« zu einer Klarstellung gezwungen. »Online-Übersetzer können keine Ironie erkennen. Darum sei an dieser Stelle unmissverständlich gesagt: Borussia Dortmund möchte Sunil Chhetri NICHT unter Vertrag nehmen!«, schrieb Schinken. Ebenfalls am Montag schrieb der Blogger Arunava Chaudhuri einen neuen Eintrag. Er endete mit folgendem Satz: »My fear is that we might not have heard the last of it...«

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