Wie ein Fußballprofi aus einem Schlammloch gerettet wurde

Biegen Sie links ab – oder rechts!

André Wisdom ist neu bei Derby County und kennt sich in der Stadt noch nicht so gut aus. Auf dem Weg zum Stadion benutzte er deswegen sein Navigationssystem – ein fataler Fehler!

imago

Das Beste an einem Leben als Fußballprofi ist die Tatsache, dass man sich um nichts kümmern muss. Keine Anrufe beim Gas-Wasser-Installateur, wenn mal wieder die Toilette überläuft, keine Gänge zum Bezirksamt, wenn mal wieder der Personalausweis abgelaufen ist, keine Sorgen, wenn man mal wieder versehentlich nach rechts, statt nach links abgebogen ist.
 
Irgendjemand hilft einem schon aus der Patsche. Früher war das die Spielerfrau, über die ihre Männer in Interviews vor allem diese prägenden Satz verloren: »Sie hält mir den Rücken frei.« Das bedeutete so viel wie: »Wenn ich nicht beim Training oder beim Spiel bin, liege ich auf der Couch und gucke ›Wetten, dass...!?‹,, während Gisela/Doris/Maren kocht/wäscht/bügelt/mir Luft zufächert.«
 
Heute, da Spielerfrauen nicht mehr nur Spielerfrauen sind, hat jeder Profi eine ganze Armada an helfenden Händen: den Verein, den persönlichen Berater, den persönlichen Betreuer, den persönlichen Arzt. Jeder Profi hat eine Art Winston »I solve problems« Wolf. Einen Cleaner, ein Organisationsgenie.
 
Doch kann dieser auch helfen, wenn der Spieler kurz vor einem Ligaspiel mit seinem Porsche in einem abgelegenen Waldstück im Schlamm steckenbleibt?
 
Beginnen wir von vorne.
 
André Wisdom, 20, ist der Mann, um den es hier geht. Es heißt, er sei ein lustiger Bursche, nur manchmal etwas zu aufbrausend. Er ist U21-Nationalspieler und steht beim FC Liverpool unter Vertrag. Momentan spielt er allerdings auf Leihbasis beim englischen Zweitligisten Derby County. Wisdom sollte endlich lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Er sollte seinen Kindskopf und sein Temperament unter Kontrolle bekommen. Er sollte seinem Nachnamen alle Ehre machen.
 
Wisdom war damit einverstanden, und so pendelt er seit zwei Wochen zwischen Countys Trainingsplatz und seinem Hotel hin und her. Er soll mit dem Gedanken spielen, sich demnächst eine Wohnung zu suchen. Oder suchen zu lassen.

Wisdom – sein Name ist nicht Programm
 
Am Samstagmorgen verließ er rechtzeitig sein Hotel, stieg in den Wagen und fuhr los. Zuletzt wurde er in einem Supermarkt gesehen, an dem er auf dem Weg anhielt, um sich ein paar Getränke zu kaufen.
 
Das, was dann geschah, kam erst zwei Tage später ans Licht. Am Montag nämlich erzählte ein Mann, Pete Irons, dem englischen »Mirror«, dass er am Samstagmorgen eine kleine Mountainbike-Tour unternommen hatte. Sechs Meilen vor dem Pride Park Stadiums fand er nahe eines Waldes einen silbernen Porsche, der beinahe einen Meter im Matsch versackt war. Fernab der Straße, kein Fahrer in Sicht. Irons sagte zu seinem Begleiter: »Shit happens!«, dann radelte er weiter. Erst auf seinem Rückweg wurde er stutzig, denn das Auto stand immer noch da.


 
Nun rief Irons rief die Polizei, die prompt anrückte und das Kfz-Kennzeichen notierte. Es stellte sich heraus, dass der Wagen André Wisdom gehört. Ein Jeep zog den Luxusschlitten aus dem Matsch. Der Wagen sah nicht gut aus, er zog eine Schlammspur hinter sich her, und weil scheinbar nicht nur das Äußere was abbekommen hatte, stieg eine weiße Rauchwolke aus dem Auspuff empor.

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