Wie der VfL die Bayern schlagen will

Mia san Wolfsburg

»Bayern interessiert mich nicht. Ich kümmere mich nur um die eigene Mannschaft«, sagt Wolfsburg Armin Veh. Das klingt nach der Arroganz des Konkurrenten. Doch tatsächlich haben die »Wölfe« gute Chancen, erstmals in München zu gewinnen. Wie der VfL die Bayern schlagen will Weder Magath noch Effenberg schafften es. Noch nie konnte eine Mannschaft des VfL Wolfsburg in München gewinnen. Weder in der vergangenen Meistersaison noch in Pokalspielen oder sonstigen Ausflügen zum FC Bayern gab es für die »Wölfe« jemals die volle Ausbeute. Das soll sich dieses Jahr ändern, und Anzeichen, dass es klappen könnte, gibt es zur Genüge.

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Da hätten wir zunächst die chronische Abwehrschwäche der Münchner, die sich in dieser Saison bislang wie ein roter Faden durch das Bayern-Spiel zieht. Rensing hält die Bälle nur, wenn er angeschossen wird, van Buyten steht meist zu weit weg, Badstuber fehlt die Erfahrung und der kleine Philipp Lahm kann nicht alles alleine machen. Das VfL-Angriffs-Trio um Grafite, Dzeko und Martins kann sich in Vorfreude schon mal die Jubelposen ausdenken, denn die Tore werden fallen. Das ist so sicher, wie die anschließende Kritik von Effenberg, Kahn & Co.

Apropos »Effe«. Der stand in der Saison 2002/2003 in Diensten jenes VfL Wolfsburg und tönte vor dem damaligen Spiel in München: »Ich würde mich gerne an den Bayern rächen«, weil der »Tiger« ein Jahr zuvor von Uli Hoeneß keinen neuen Vertrag mehr bekam. Die Rache schlug allerdings fehl. Die Bayern gewannen in einem müden Kick mit 1:0 durch ein Tor von Roque Santa Cruz. Effenberg fiel kaum durch gelungene Aktionen auf und bekam vom »Kicker« die Note 4 verpasst.

»Bayern interessiert mich nicht«

Ein weiterer Grund für einen Sieg des VfL: Das Team um Neu-Trainer Armin Veh hat offenbar aus derlei Kampfansagen gelernt und verhielt sich im Vorfeld äußerst ruhig. Nur keine provozierenden Worte, welche die Bayern Profis noch anstacheln könnten, endlich mal Top-Leistung zu bringen. »Bayern interessiert mich nicht. Ich kümmere mich nur um die eigene Mannschaft«, ließ Veh verlauten und legt damit jenes Selbstvertrauen an den Tag, was die Münchner einst so stark machte, und als viel zitierte »mia san mia«-Mentalität in die Annalen der Bundesliga einging. Die scheint verloren zu sein, glaubt man Ex-Spielern wie Effenberg und Kahn.

Ein Ass hat die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal allerdings noch im Ärmel, um den totalen Fehlstart-Supergau zu vermeiden: Arjen Robben. Frisch verpflichteter Außenstürmer von Real Madrid, für – in diesen Tagen läppisch wirkende – 25 Millionen Euro. Robben könnte am Samstag um 18:30 Uhr bereits auflaufen.

Alle Experten fragen sich nun: Wo spielt der gute Mann?

Denn als etatmäßiger linker Außenstürmer würde er Franck Ribery dessen bisherige Stammposition wegnehmen. Stellt van Gaal seinen Landsmann, so wie von Uli Hoeneß bereits vorgeschlagen, auf den rechten Flügel, dann könnten die Räume eng werden. Denn Robben neigt von dieser Position aus, bei seinen berüchtigten Tempodribblings, in die Mitte zu ziehen. Dort würde er dann dem Sturmduo Klose/Gomez auf den Füßen herumstehen. Es könnte aber auch zum viel diskutierten Debüt von Ribery auf der Spielmacherposition kommen. Dann wäre der Weg frei für Robben auf links, und Olic (eigentlich auch Linksfuß) eventuell auf rechts, was wiederum Klose auf der Bank Platz nehmen ließe, da Gomez den besseren Stoßstürmer in einem 4-3-3 System geben würde. Natürlich könnten die Bayern auch defensiver agieren, um nicht in die gefährlichen Konter der Wolfsburger zu laufen.

Noch sind all diese Taktikspielchen Makulatur. Fest steht, dass das Aufeinandertreffen höchste Spannung verspricht. Verlieren die Bayern, dann wird die Kritik an Trainer van Gaal erst richtig aufflammen und einen Sturm im Münchner Boulevard erzeugen. Der amtierende Meister Wolfsburg kann hingegen befreit aufspielen. Denn selbst bei einer Niederlage gegen das Münchner Star-Ensemble würde Armin Veh (noch) nicht unter Druck geraten.

Egal, wie es kommt. Hauptsache, es wird interessanter als das einschläfernde Gekicke im Jahr 2002. Davon war Stefan Effenberg offenbar so gelangweilt, dass er sich im Anschluss kurzerhand Claudia Strunz klar machte, die Frau des damaligen VfL-Sportdirektors Thomas Strunz. Mit ihr flüchtete er alsbald nach Katar, um auf seine alten Tage in der dortigen Liga  nochmal so richtig abzukassieren. Aber das ist eine andere Geschichte.

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