26.08.2013

Wie der HSV seinen Geburtstag feierte

Keinen Kuchen für den Dino

50 Jahre Bundesliga. Auf keinen anderen Verein trifft das zu, außer auf den Hamburger SV. Doch ausgerechnet in Berlin musste der Geburtstag begangen werden und dann spielte noch nicht einmal der Gastgeber mit – ein Ortsbesuch.

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Am 24. August 1963 spielte der Hamburger SV zum ersten Mal in der Bundesliga. Dem 1:1 bei Preußen Münster folgten je drei Meisterschaften und drei Pokalsiege, ein Europapokal der Pokalsieger und natürlich der Landesmeistertitel von 1983. An frühere Duelle gegen den AC Mailand, Nottingham Forrest und Werder Bremen wird sich an der Elbe gerne erinnert.

Genau 50 Jahre später spielte der HSV am Samstag gegen Hertha BSC. Gegen den Aufsteiger, der vor dem Saisonstart irgendwo zwischen Grauer Maus und Fahrstuhlmannschaft gehandelt wurde und dessen Ruhe die Hanseaten momentan gerne in der eigenen Geschäftsstelle hätten. Ein Punkt aus zwei Spielen, darunter die bittere 1:5-Pleite gegen die TSG Hoffenheim. Dazu der Eklat um Dennis Aogo und Thomas Rincon, die die trainingsfreien Tage für einen Mallorcatrip genutzt hatten. Geburtstagsstimmung wollte in den Vorwochen wahrlich nicht aufkommen.

10.000 Hamburger in Berlin

Trotzdem hatte sich der Hamburger SV zum Jubiläum etwas vorgenommen. 50 Jahre Bundesliga sollten gebührend geehrt werden, auch wenn der Verein, vom Rahmenterminplan gebeutelt, seinen Geburtstag auswärts feiern musste. Etwa 10.000 Hamburger waren in die Hauptstadt gereist. Dafür war selbst der Auswärtsblock zu klein. Der Lautstärkepegel richtete sich nach dem Spiel: Ausgeglichen.

Eine kleine Stichelei konnte sich die Berliner Ostkurve ob des kuriosen Umstandes dennoch nicht verkneifen. »Erstklassig seit 1892.« Das Transparent thronte vor dem Spiel auf dem Hertha-Schriftzug der Berliner Choreographie. Ein blau-weißes Rührstück, dass die Berliner Szene da entworfen hatte. Dessen Pendant hätte nach Hamburger Plänen eigentlich in den Nordkurve neben der Stadion-Uhr, die am Samstag erstmals eine »50« über der Jahresangabe anzeigte, zelebriert werden sollen. Doch die DFL hatte den Liga-Dino missachtet und ein Auswärtsspiel zum Ehrentag angesetzt. So musste es ein provisorisches Feuerwerk unter dem Olympiadach richten.

 
 
 
 
 
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