Wie der 96-Stürmer Hannovers Spiel belebt

Alle wollen Hanke

Wie der 96-Stürmer Hannovers Spiel belebt Die gute Laune hat nun sogar einen erreicht, dem es in den vergangenen Wochen als einem der ganz wenigen gelungen war, sich nicht von den wunderbaren Glücksgefühlen anstecken zulassen, was ihm aber auch nicht besonders schwer gefallen ist. »Die ganze Bundesliga will mich, Bayern München, alle«, sagte Mike Hanke, 27, der ehemalige Nationalspieler von Hannover 96, nach dem 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach, das er mit einem herrlichen Kopfballtreffer eingeleitet hatte und sich schon wieder auf den großen Fußballbühnen sieht, »ich kann mich gar nicht retten vor Angeboten und muss mich nur noch entscheiden.«

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Was nach nun drei Einwechslungen und ebenso vielen Toren gewiss eine sehr schöne Vorstellung ist für einen Stürmer, der in Hannover eines ganz lange nicht sein durfte – nämlich ein Stürmer – die aber natürlich nicht einmal ansatzweise der Wirklichkeit entspricht.

Gesund, aber nicht erwünscht

Dass diese Aussage nicht einmal den geringsten Wahrheitsgehalt besitzt weiß niemand besser als Mike Hanke selbst, aus den Worten kann man aber dennoch sehr viel ablesen. Denn der gesunde, aber lange nicht erwünschte Spieler, den man lieber heute als morgen loswerden möchte, da die Auftritte nur äußerst selten im Einklang zu seinem Gehalt standen, was eine sehr höfliche Beschreibung ist, nimmt seine schwierige Situation mittlerweile erstaunlich gelassen hin und begegnet ihr mit einer wunderbaren Ironie.

Das hat einen einfachen Grund, der in der wundersamen Hinrunde einer Mannschaft liegt, die vor der Saison als erster Abstiegskandidat galt und sich nun im oberen Tabellendrittel eingerichtet hat. Der bemerkenswerten Leichtigkeit, die der Erfolg mit sich bringt, kann sich nun auch der alles andere als zufriedene Mike Hanke, der nur aus Mangel an Alternativen wieder in die Mannschaft gerückt war und als wuchtiger Strafraumstürmer nicht wirklich in die von Trainer Mirko Slomka verordnete Kontertaktik passt, nicht mehr entziehen.  

Die blonde Einwechselattraktion

Er hat in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass er den Verein lieber heute als morgen verlassen möchte und die spielentscheidenden Tore wenig daran ändern würden, was die Verantwortlichen nicht anders sehen, die sich nach den gelungenen Auftritten der blonden Einwechselattraktion in ihren Aussagen zurückhielten.

Was aber nur für Mike Hanke gilt. Denn in Hannover beginnen sie nach dem neunten Saisonsieg langsam von aufregenden und ins Flutlicht getauchten Europapokalabenden zu träumen, was nur für Mike Hanke nicht gilt. Er hat erst kürzlich in der bunten Presse eine erste Anfrage abgelehnt. Die hatte mit der großen Fußballbühne rein gar nichts zu tun. Sie kam aus Bielefeld.

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