Wie Carlo Ancelotti Real Madrid modernisiert

Jetzt wird dekoriert

Nach einem holprigen Start hat Carlo Ancelotti Real Madrid neue Stabilität verliehen und sich dabei als Meister der Improvisation erwiesen. Im Achtelfinale soll Schalke 04 die neue Kraft aus Madrid zu spüren bekommen.

imago

Es dauerte nur wenige Tage, bis Carlo Ancelotti  bei Real Madrid seine erste Niederlage erlebte. Nicht auf dem Platz, sondern in einem Büro. Der Trainer, gerade von Paris St. Germain zu Real Madrid gekommen, brauchte nicht lange um festzustellen, dass diese Mannschaft nicht seinen Vorstellungen entsprach. Da gab es eine Vielzahl an talentierten Offensivkräften, alle in der Lage, im entscheidenden Moment den Unterschied zu machen. Angel di Maria, Isco, Mesut Özil, Cristiano Ronaldo, Luka Modric und Karim Benzema. Jeder für sich lässt in der Regel Traineraugen leuchten, aber Ancelotti fehlte die Balance. Er vermisste Spieler, die sich nicht zu schade sind, für die Mannschaft zu arbeiten. Eigentlich war da nur Sami Khedira. Ancelotti aber wollte Sicherheit und defensive Stabilität in seiner Mannschaft haben. »Schließlich bin ich Italiener«, sagt er.

Ancelotti wollte Vidal. Perez sagte nein

In der Hoffnung auf Verständnis suchte der ehemalige Weltklassefußballer vom AC Mailand das Büro des Präsidenten Florentino Perez auf und bat um die Verpflichtung von Arturo Vidal. Reals neuer Trainer erklärte Perez detailliert, warum der Chilene von Juventus Turin eine sinnvolle Verstärkung wäre, doch Perez wollte davon nicht wissen. Seine Antwort lautete nein. Der Bauunternehmer hatte gerade erst rund 60 Millionen Euro in die beiden jungen Spanier Asier Illarramendi und Isco investiert und außerdem sollte da noch dieser Gareth Bale von Tottenham Hotspur kommen. Auch kein ganz billiges Unterfangen. Für Vidal hatte Perez nichts übrig. Wahrscheinlich ahnte Ancelotti da schon, dass er in Zukunft wird improvisieren müssen, um seine Ziele zu erreichen.

Inzwischen hat er eine Mannschaft geformt, die aus seiner Sicht zwar längst nicht ideal, aber doch mehr als wettbewerbsfähig ist. In der spanischen Meisterschaft führt Real die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung vor dem FC Barcelona und Atletico Madrid an, dazu steht man im nationalen Pokalfinale gegen Barca und in der Champions League soll der heutige Gegner Schalke 04 auch nur eine Zwischenstation auf dem Weg ins Finale sein.

Seit 26 Spielen ohne Niederlage

Real ist in Spanien das Team der Stunde. Seit 26 Spielen ist die Mannschaft inzwischen ohne Niederlage, nur Leo Beenhakker hatte in der Saison 1988/89 mit 34 ungeschlagenen Spielen in Folge eine bessere Bilanz. Solche Zahlen hatten in Madrid die Wenigsten erwartet. Erst recht, nachdem die Mannschaft einen schwachen Start hinlegte und zeitweise sechs Punkte Rückstand auf den FC Barcelona und Atletico hatte. Es wurde gar gemunkelt, dass Ancelotti das Saisonende nicht mehr als Trainer von Real Madrid erleben würde. Zu farblos wirkte er als Nachfolger des Charismatikers José Mourinho, zu konfus spielte seine Mannschaft. Dabei waren die Startprobleme nur logisch.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!