Wie Bremens Saison wirklich wird

Pfeif mir das Lied vom Mond

Dem 1:0-Sieg über Everton zum Trotz: Noch nie war die Angst der Fans von Werder Bremen vor dem Saisonstart so groß, dass sich ihre Mannschaft bis auf die Knochen blamiert. Alex Raack hat kurz die Augen geschlossen – und einen wunderschönen Werder-Traum geträumt! Wie Bremens Saison wirklich wird

Rausgeflogen im DFB-Pokal. In der 1. Runde. Gegen eine Fußballmannschaft aus einem Ort, den keiner kennt. Die Mannschaft: Angeblich zerstritten und moralisch verwahrlost. Der Trainerstab: Wirkt überfordert, müde und genervt. Die neue Saison? Wird wahrscheinlich genauso blöd wie die letzte. Würg. Wer dieser Tage noch das Risiko eingehen will und standhaft seine Liebe zu Werder Bremen beteuert, der hat es schwer. Einzige Rettung: Augen zu und ab in die grün-weiße Werder-Wunder-Erdbeer-Welt, wo tanzende Elfen wie Jonny Otten aussehen und der große Grinsemond im Hintergrund auf seinem kleinen Finger ein Gute-Nacht-Lied pfeift. Hier kommt die Werder-Saison 2011/12 aus der Sicht eines Mannes, der den Verstand verloren hat.

[ad]


1. Spieltag: Gegen Kaiserslautern liegt Werder Bremen bereits nach 20 Minuten mit 0:4 zurück. In der Halbzeitpause kommt Thomas Schaaf der Einfall seines Lebens. Per Stadiondurchsage lässt er nacheinander Bernd Hobsch, Wynton Rufer und den zufällig anwesenden Uli Borowka ausrufen und wechselt das Trio für Marin, Rosenberg und Mertesacker ein. In der 65. Minute steht es 6:4 für Werder, bis zum Abpfiff gelingen Uli Borowka noch fünf weitere Treffer aus der Distanz. Werder ist Tabellenführer.

6. Spieltag: Kurz nach dem furiosen 7:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg lässt Werders Vereinsführung die »Designer« des neuen Werder-»Trikots« aus der Stadt jagen, eine aufgebrachte Menge in eng anliegenden »Norda«-Leibchen verfolgt die talentfreien Damen und Herren bis an die Stadtgrenze Hamburgs. Unter tosendem Applaus der 25.000 Trainingsbesucher präsentiert Schaafs neuer Techniktrainer Rune Bratseth das neue Trikot. Bremens Hauptsponsor »Beck's« hat sich für ein schlichtes, grün-weißes Baumwollhemd entschieden. Natürlich ohne Werbung.

11. Spieltag: Vor dem Auswärtsspiel in Mainz führt Werder die Tabelle mit 33 Punkten und 121:4 Toren an. Seit den frühen Gegentreffern gegen Kaiserslautern hat sich Bremens Abwehr als ein wahres Bollwerk erwiesen. Unter der Führung von Uli Borowka ist selbst Mikael Silvestre zu einem Klassemann herangewachsen, längst sollen Manchester United und Arsenal London an dem gedankenschnellen Genie interessiert sein. Die Torschützenliste führt Bernd Hobsch mit 54 Treffern vor Wynton Rufer (47) an.

17. Spieltag: Mit zwei lupenreinen Hattricks in nur acht Minuten schickt Werders Routinier Bernd Hobsch den FC Schalke ins Tal der Tränen, die Mannschaft von Rudi Assauer muss auf Platz 17 überwintern. Werder, schon seit dem 13. Spieltag Herbstmeister, feiert anschließend eine rauschende Hinrunden-Abschiedsparty mit den geladenen Ehrengästen Johan Micoud und Andreas Reinke. Mladen Kristajic und Fabian Ernst werden noch am Eingang von Türsteher Torsten Legat abgewiesen.

23. Spieltag: Ganz Bremen schwärmt vor dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg von Winter-Neuzugang Lionel Messi. Der quirlige Argentinier hatte sich zum Jahreswechsel aus seinem Vertrag beim FC Barcelona raugekauft und spielt nun auf eigene Kosten beim SVW. »Hier zu spielen, ist Lohn genug«, sagt der Weltfußballer dem Branchenprimus www.11freunde.de in einem Exklusiv-Interview. Mit zahlreichen Kabinettstückchen, darunter einem siebenfachen Doppelpass an der eigenen Strafraumkante mit Mannschaftskapitän Uli Borowka, hat sich Messi in die Herzen der 85.000 Werder-Fans im längst umgebauten Otto-Rehhagel-Stadion gespielt.

30. Spieltag: Nach einem souveränen 12:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach feiert Bremen die fünfte Deutsche Meisterschaft der Wundertruppe Werder. Unter Tränen verabschiedet sich Thomas Schaaf von seinen Fans, er soll als Nachfolger des entlassenen Bundestrainers Joachim Löw nun der heillos verlotterten deutschen Nationalmannschaft wieder auf die Beine helfen. Marko Arnautovic wechselt für 55 Millionen Euro zu Inter Mailand und niemand weiß, warum. Europas Fußballer des Jahres wird wenig überraschend Uli Borowka.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!