Werder-Mainz in der 11FREUNDE-Spielanalyse

Wirklich ein Witz?

Trainer Thomas Tuchel schäumte nach Bremens Heimsieg gegen seine Mainzer. »Ein Witz« sei das Ergebnis, fauchte der Übungsleiter. Aber war sein Team tatsächlich stärker? Die 11FREUNDE-Spielanalyse klärt auf.

Eigentlich konnte der FSV Mainz 05 beruhigt an die Weser reisen, denn Bremen war in den vergangenen Jahren ein gutes Pflaster für die Mainzer: Taktik-Chamäleon Thomas Tuchel stellte seine Mannschaft stets richtig ein, die ewige Schaaf’sche Raute kannte er fast schon in und auswendig. Nun hat sich Thomas Schaaf in dieser Saison endgültig von der Mittelfeldraute verabschiedet, Bremen tritt seit dem ersten Spieltag in einem 4-3-3 an. Ob Tuchel auch für diese Formation das passende Gegenmittel finden konnte? Zumindest schickter er sein Team in einem 4-3-1-2 aufs Feld, also in ebenjener Mittelfeldraute, die Schaaf abschaffte.

Das Bremer 4-3-3 bietet Licht und Schatten

Der große Pluspunkt von Werders 4-3-3-System ist die rechte Außenbahn. Marko Arnautovic und der umtriebige Gebre Selassie (über 11 Kilometer Laufdistanz) veranstalten hier viel Wirbel. Mehr als 40 Prozent der Werder-Angriffe liefen diese Saison über die rechte Flanke, nur die Werte von Hannover und Leverkusen sind höher.



Auch gegen Mainz 05 lief das Spiel der Hanseaten über diese Seite. Zusammen mit Kevin de Bruyne schufen Arnautovic und Selassie hier Überzahlsituationen, was sich besonders im Gegenpressing – der direkten Rückeroberung des Balls – auszahlte. Vor dem 1:0 dachte de Bruyne mit und konnten einen verlorenen Ball schnell wiederholen, sein Pass auf Arnautovic leitete den Treffer durch Aaron Hunt ein (11.).

Werders Schwachstelle hingegen wurde nach der frühen Führung deutlich: Weder Chelsea-Leihgabe de Bruyne noch Zlatko Junuzovic oder Hunt denken in erster Linie defensiv. Bei ihrem Offensivdrang und ihren zahlreichen Positionswechseln vergessen sie gerne, dass es nicht nur vor der gegnerischen, sondern auch vor der eigenen Viererkette einen Raum zu decken gibt.
Tuchel hatte den Plan, diese Lücken hinter dem Mittelfeldtrio auszunutzen. Die Mainzer Mittelfeldraute war darauf zugeschnitten, dass Zehner Andreas Ivanschitz im Raum vor der gegnerischen Abwehr die Bälle bekommt und die Stürmer Nicolai Müller und Adam Szalai direkt in den Strafraum schickt. Hierfür spielten die Mainzer nach Ballgewinnen direkt nach vorne, um schnell hinter die aufgerückten Bremer Mittelfeldspieler zu kommen. In der ersten Halbzeit hatten die Mainzer mit dieser Taktik die klar besseren Chancen. Bremen lief trotz eigener Führung immer wieder in Konter, Müller (7. und 12.) und Ivanschitz nutzten jedoch beste Chancen nicht.

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