Werder-HSV in der Spielanalyse

Grün-weiße Kampfschweine

Das Leben eines HSV-Fans ist eine Achterbahnfahrt: Nach dem Erfolg über den BVB verlieren die Hamburger das wichtige Nordderby. Die 11FREUNDE-Taktikanalyse erklärt, wieso Werder Bremens Strategie voll aufging.

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Vergangene Woche erhob sich der Hamburger SV wie Phoenix aus der Asche. Beim 3:0-Sieg gegen Borussia Dortmund pressten die Hamburger aggressiv im Mittelfeld, suchten den schnellen Konter und griffen temporeich über die Flügel an. Im Nordderby hatte Werder Bremen allerdings vorgesorgt: Die Taktik von Trainer Robin Dutt sorgte dafür, dass der HSV all diese Stärken nicht ausspielen konnte.

Umkämpftes Derby

Die Bremer versuchten gar nicht erst, das kompakte Hamburger Mittelfeld zu bespielen. Stattdessen setzten sie voll und ganz auf lange Bälle (statistisch gesehen spielten sie 22% ihrer Pässe hoch und lang). Die Viererketten der Hamburger im 4-4-1-1-System erhielten keinen Zugriff auf das Bremer Mittelfeld – wie auch, schließlich spielten die Bremer den Ball nie in diese Zone. Vielmehr versuchte Bremen, über den Kampf um die zweiten Bälle ins Spiel zu finden.

Auch im Pressing versuchten die Bremer, das Spiel aus der Hamburger Mittelfeldzentrale fernzuhalten. Aaron Hunt bewachte den HSV-Verbindungsspieler Milan Badelj und ließ ihn nicht an den Ball kommen. In der vordersten Reihe liefen die beiden Stürmer die Verteidiger an und die beiden Achter rückten vor, um die Außenverteidiger zu pressen. So wurden auch die Hamburger gezwungen, lange Bälle nach vorne zu schlagen.

Das Bremer Pressing konnten sie ausschließlich über die Flügel umspielen. Allerdings zog sich Bremen in der Rückwärtsbewegung eng zusammen, sodass sie stets eine Überzahl auf dem Flügel herstellen konnten. Die Hamburger spielten sich gegen die Bremer Überzahl fest und schafften es nur selten, sich mit einem schnellen Flügelwechsel Raum zu verschaffen.

Hamburg nur nach der Pause stark

Bremens Taktik ging auf: Das Spiel war geprägt von Zweikämpfen und hohen Bällen, die Hamburger konnten nie schnelle Konter fahren oder den Ball lange in den eigenen Reihen halten. Der HSV ließ sich zu sehr auf den Flügeln festnageln, nicht einmal 20% der Hamburger Angriffe liefen durch das Zentrum. Die meisten Ballkontakte bei den Hamburgern hatten bis zur Pause bezeichnenderweise nicht die Spieler in der Zentrale, sondern die Außenverteidiger und Stürmer Lasogga, der viele lange Bälle pflücken musste.

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