Werder - Hannover in der Spielanalyse

Die Rückkehr der Raute

Werder Bremen kehrt zur Raute zurück und schafft damit den wichtigen Sieg gegen Hannover 96. Die 11FREUNDE Taktikanalyse erklärt, wieso Robin Dutt mit dieser Entscheidung richtig lag.

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Nach einem durchwachsenen Saisonstart dümpelten Werder Bremen und Hannover 96 vor dem elften Spieltag im Mittelfeld der Tabelle herum. Kommentatoren sprechen hier gerne von einem „richtungsweisenden Spiel“. Dem Sieger winkte ein Platz im oberen Tabellendrittel, der Verlierer musste sich hingegen nach unten orientieren.

Hannovers Coach Mirko Slomka stellte seine Mannschaft im gewohnten 4-2-3-1-System auf. Werders Trainer Robin Dutt hielt Hannover eine Mittelfeldraute entgegen. Schon sein Vorgänger Thomas Schaaf setzte lange Jahre auf diese Formation – so lange, bis der Erfolg ausblieb. Dutt tat jedoch gut daran, auf dieses Stück Werder-Geschichte zurückzugreifen.

Die Raute verschafft den Vorteil

Durch die Raute hatte Werder konnten sie die Hannoveraner Kombinationen im Zentrum stoppen. Hannover verdichtet diese Raum gerne mit ihren beiden Sechsern, Zehner Edgar Prib sowie Szabolcs Huszti, der oft in die Mitte zieht. Dies gelang ihnen jedoch bis zur Halbzeit gegen Bremens vier zentrale Kräfte kaum.

Gerade die Konter, das Herzstück des Hannoverans Spieler, verhinderte Bremen gut. Gerade ihr Gegenpressing zeigte sich im Vergleich zum 0:3 in Wolfsburg verbessert: Bei Ballbesitz orientierten sich drei Bremer Mittelfeldspieler plus die beiden Stürmer Zlatko Junuzovic und Eljero Elia auf die ballnahe Seite. So hatte Bremen stets eine Überzahl in Ballnähe und konnte nach Ballverlusten sofort den Gegner stören. Besonders in der ersten halben Stunde konnte Hannover sich nicht entfalten. Gegen Bremens gnadenloses Gegenpressing hatten sie bis zur Pause eine Passquote von 52%, ein unterirdischer Wert (ihr Saisondurchschnitt liegt bei 77,5%).




Dass Bremen das optische Übergewicht nicht in Torchancen umwandeln konnte, lag am etwas zu flügellastigen Spiel. Fast 80% ihrer Angriffe fuhren sie über die Flügel, die sie mit ihren Mittelfeldspielern überluden. Am Ende schlugen sie 17 Flanken. Allerdings gab es in der Mitte keinen Abnehmer, der diese Flanken hätte verwerten können - Elia und Junuzovic sind alles andere als Strafraumstürmer. Am erfolgreichsten waren die Bremer daher mit Flanken auf den zweiten Pfosten. So leitete Aaron Hunt auch den zweiten Bremer Treffer durch Cedrick Makiadi ein (39.).




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