Wer wird der neue Uli Stein?

Die Justin Biebers der DFB-Elf

Wie kann man Spanien und Brasilien schlagen? Droht ein Zickenkrieg? Wer wird der neue Uli Stein? Bis zum ersten WM-Spiel der DFB-Elf stellen wir die elf wichtigsten Fragen. Heute: Die Fragen 7 bis 8.

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In Uli Steins Fußstapfen: Wer könnte diesmal den Stinkstiefel spielen?

Naja, »Stinkstiefel« ist ein Wort aus dem Holozän des Fußballsports. Die Ära, in der Schlechtgelauntheit für Charakterstärke gehalten wurde, ist jedenfalls vorbei. Dennoch ist heute nicht jeder Nationalspieler von so Justin-Bieber-hafter Unbedarftheit, wie manche Fans annehmen. Der Dortmunder Mats Hummels etwa trägt immer mal wieder schwer daran, dass er in der Nationalelf nicht die Anerkennung genießt wie als Leader bei Borussia Dortmund.

Er ist durchaus in der Lage dazu, das seinen Mitmenschen auch nonverbal mitzuteilen. Dazu muss man ihn nur mal nach einem Spiel indigniert durch die Mixed Zone stapfen sehen, wenn er nicht wie gewünscht zum Zuge kam. Er kann es aber auch verbal, wie einschlägige Interviews zum Thema (»Beim DFB sieht man Kritik nicht gern«) zeigen. Mal sehen, ob eine Fortsetzung folgt.

Text: Christoph Biermann


Massenweise Spieler vom FC Bayern und Borussia Dortmund. Droht da etwa wieder Zickenkrieg?

Es ist so grausam: Kalle Rummenigge und Hans-Joachim Watzke gehen nicht mehr gemeinsam essen. »Das ist vielleicht ein ehrlicherer Umgang«, donnerte der Bayern-Boss unlängst, »als wenn man sich gegenseitig seiner – nicht vorhandenen – Hochachtung versichert.« Was uns an dieser Streiterei, bei der es um einen alten Kredit geht, interessieren muss: Werden nun auch die Nationalspieler der beiden rivalisierenden Großklubs in Campo Bahia an getrennten Tischen ihr DFB-Müsli löffeln und sich nicht gegenseitig ihrer – nicht vorhandenen – Hochachtung versichern?

So schlimm wird es nicht kommen: Zwischen den Blöcken soll in Brasilien ein pragmatischer Friede herrschen. »Ob man dann nur beim Frühstück miteinander redet oder sich dreimal am Tag an der Playstation oder zum Kartenspielen trifft, ist in meinen Augen irrelevant«, sagte Mats Hummels im Vorfeld. So sprechen moderne Profis: Gefühle gehören auf die Ipod-Playlist, nicht ins Mannschaftshotel.

Solch erfolgsorientierte Nüchternheit mag all jene frösteln lassen, die sich nach der Jugendherbergsstimmung der WM 2006 zurücksehnen. Aber auch damals war ja nicht alles so schön, wie es schien: Sieht man sich etwa die legendäre Nackenmassage, die Oliver Kahn vorm Elfmeterschießen gegen Argentinien Jens Lehmann angedeihen ließ, in der Superzeitlupe an, wird man feststellen: Es könnte auch der Versuch gewesen sein, ihn aufs Allerzärtlichste zu erwürgen.

Text: Dirk Gieselmann

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