24.06.2014

Wer spielt neben Philipp Lahm?

Zentrale Problemzone

Um die Besetzung des deutschen Mittelfelds tobt eine Debatte. Ist Lahm wirklich der Richtige? Ist Khedira fit? Soll Schweinsteiger rein?

Text:
Michael Rosentritt
Bild:
imago

Vor ein paar Tagen, als Bastian Schweinstiger von einem Startplatz in der Nationalelf ungefähr so weit entfernt war, wie die brasilianische Atlantikküste vom bayerischen Alpenvorland, hat Joachim Löw von seinen Gesprächen mit dem prominentesten Reservisten im deutschen WM-Tross erzählt. Es seien Gespräche, wie sie der Bundestrainer immer wieder suche. Nach wie vor habe Schweinsteiger großen Einfluss auf die Gruppe, auch wenn er in der öffentlichen Wahrnehmung ein wenig an den Rand gerutscht ist. Der 103-malige Nationalspieler sei nach wie vor wichtig für die Mannschaft, erzählte Löw: »Er macht sich wahnsinnig viele Gedanken.«

Ganz bestimmt wird der 29 Jahre alte Veteran darüber nachgedacht haben, wie er es wieder ins Zentrum der Mannschaft schaffen kann. Das fahrige Spiel seiner Konkurrenten im zentralen Mittelfeld gegen Ghana wird ihn in seinen Gedankengängen eher bestärkt haben. Gut möglich, dass Schweinsteiger sich im abschließenden und entscheidenden dritten Gruppenspiel gegen die USA in der Startelf wiederfindet. Und das nicht für, sondern an der Seite Philipp Lahms.

»Für mich ist es egal, auf welcher Position er spielt«

Philipp Lahm wird spielen, sagte gestern Löws Assistent Hansi Flick. Und er wird weiterhin im zentralen Mittelfeld den Sechser geben, von wo er Schweinsteiger verdrängt hat. »Wir sehen Philipp im Mittelfeld, er gibt uns in dieser Rolle ein schönes Gleichgewicht«, sagte Flick.

Nun, von Gleichgewicht war in der zweiten Halbzeit gegen Ghana herzlich wenig zu sehen. Die deutsche Elf ließ sich mitreißen vom wilden Spiel der Afrikaner und versank in einem offenen Schlagabtausch. Auslöser dafür war ja irgendwie auch Lahms Fehlpass. Der leitete erst das zweite Gegentor ein und löste in der Heimat eine mächtige Debatte darüber aus, ob der Kapitän der Mannschaft dieser nicht besser auf seiner alten Position als Rechtsverteidiger helfen würde.

Es ist eine Diskussion, die selbst die Absperrungen zum deutschen WM-Quartier in Santo André durchdrungen hat, wie es Mats Hummels erzählte. Klar sei das ein Thema in der Mannschaft, erzählte der Dortmunder Verteidiger. Aber was nun Lahms Position anbelangt, so sagte er, dass man nun nicht gleich alles in Frage stellen müsse. Und überhaupt: »Für mich ist es egal, auf welcher Position er spielt.«

 
 
 
 
 
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