Wer soll eigentlich die deutschen Tore schießen?

Die Suche nach dem Bomber

Wie kann man Spanien und Brasilien schlagen? Was hat die Nationalelf aus den letzten Turnieren gelernt? Wie gehen die Spieler mit der Hitze um? Bis zum ersten WM-Spiel der DFB-Elf stellen wir die elf wichtigsten Fragen. Heute: Die Fragen 5 bis 6.

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151

5.
Wer soll eigentlich die deutschen Tore schießen?


Zuletzt suchte man im Kreise der deutschen Mannschaft vergeblich jene, die man früher mal »Bomber« nannte. Spieler also, die auch mal für ein Tor aus dem Nichts gut sind. Mit Miroslav Klose hat der Bundestrainer sowieso nur einen nominellen Stürmer in seinem Kader, und das zeigt, wo es langgehen soll.

In Brasilien wird es auf die Mittelfeldspieler ankommen, wie schon 2010, als Thomas Müller in Südafrika die meisten Tore schoss. Löws System lebt sowieso von den Freiheiten der offensiven Mittelakteure. Zuletzt sagte der Bundestrainer: »Wenn sie aus der Tiefe in die Spitze stoßen, wird es für jeden Gegner schwer.« Wer also ganz vorne stürmt, in Brasilien wird’s fast schon egal sein.

Text: Christoph Küppers

6.
Mann, ist das heiß hier! Wie geht die Elf mit der Hitze um? 


Die schlechte Nachricht zuerst. Unter den zwölf WM-Städten sind sechs aus der Kategorie »Backofen«, und in dreien davon (Salvador, Fortaleza, Recife) trägt das deutsche Team seine Vorrundenspiele aus. Zudem werden zwei Partien um die Mittagszeit (13 Uhr) und eine am Nachmittag (16 Uhr) ausgetragen. Omas alten Ratschlag – »Nicht in der Mittagshitze in die Sonne gehen!« – können die Nationalspieler also getrost vergessen, was nicht etwa Auslosungspech, sondern den Gesetzen des globalen Fernsehmarktes geschuldet ist. Wie aber mit der »Hölle von Salvador / Fortaleza / Recife« umgehen?

Der DFB hat reagiert und sein Basislager aus der Nähe von São Paulo in den heißen Nordosten verlegt. Außerdem wurde ein geplantes zweites Trainingslager in Uruguay zugunsten einer früheren Anreise nach Brasilien gestrichen – damit die Körper der Spieler eine präzisere Vorstellung davon bekommen können, was Brasilianer unter schwülem Klima verstehen. Schließlich wurde von oben befohlen, »die Bedingungen anzunehmen«.

Da hilft kein Jammern und kein Klagen, nur die Harten kommen in’ Garten, und so weiter und so fort. Macht Sinn. Heikler ist die Lage auf dem Spielfeld. Jogi Löws bevorzugter Hochgeschwindigkeitsfußball dürfte bei diesen klimatischen Bedingungen an seine Grenzen stoßen. Helfen könnte: mal das Tempo rausnehmen. Helfen könnten auch: Tore aus Standards. Beides nicht gerade Stärken der deutschen Elf. Und die gute Nachricht? Wird die deutsche Mannschaft in der »Hölle von Salvador / Fortaleza / Recife« Gruppensieger, spielt sie danach nur noch im etwas kühleren Süden Brasiliens. Dann ist der Hitzespuk schon vorbei.

Text: Jens Kirschneck

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