Wer ist Kurvenmutti Christel Neumann?

Eintrachts gute Seele

Am Wochenende zeigte Arnd Zeigler in seiner Show einen wunderbaren Clip aus den frühen Jahren der Braunschweiger Kurvenmutti Christel Neumann, die von der Meisterschaft 1967 bis zu den düsteren Regionalligajahren alles mitgemacht hat. Grund genug, sie hier noch einmal zu würdigen – mit ihrer Erinnerung an den Aufstieg 2013.

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Ich werde im nächsten Jahr 70 Jahre alt und es ist unglaublich, dass ich das noch erleben darf: Eintracht Braunschweig in der ersten Liga! Ich gehe seit Jahrzehnten ins Stadion, ich organisiere die Busse und Züge mit für die Auswärtsfahrten und arbeite beim Fanprojekt. Seitdem ich vor drei Jahren Rentnerin wurde, habe ich noch mehr Zeit für den Verein.

»Keine Sorge, hier stehen zwei Sanitäter, falls du umkippst«

Ich bin schon frühmorgens am Stadion, ganz egal, ob das Spiel um halb vier oder halb sieben angepfiffen wird. Diese Fans sind wie eine Familie: Vor einigen Jahren hielten sie bei einem Spiel gegen Dortmund II ein Transparent hoch für mich: »Du für uns, wir für dich«. Da sagte ich nur, dass ich doch gar nicht Geburtstag hätte. Ein Bekannter meinte: »Schau mal hinter dich. Und keine Sorge, hier stehen zwei Sanitäter, falls du umkippst.«

Ich fuhr rum und konnte meinen Augen nicht trauen: Da stand ein Auto für mich, das mir die Fans und die Mannschaft gekauft hatten. Was für ein Moment! Vergleichbar nur mit dem Aufstieg in diesem Jahr. Nach dem Montagsspiel gegen Energie Cottbus lief ich wieder vor dem Fanblock umher, als es hieß: »Christel, hol mal den Trainer.«

»Lass uns erst einmal tanzen«

Torsten Lieberknecht sollte auf den Zaun, doch als ich vor ihm stand, meinte er: »Lass uns erst einmal tanzen.« Vor lauter Glück konnte ich mich gar nicht richtig bewegen, aber Torsten ist ein sehr guter Tänzer und wir machten einige Schritte. Die Kurve feierte uns ausgelassen. Ich kenne Torsten schon seit seiner Zeit als Spieler, habe noch sein allererstes Trikot zu Hause.


Er hat sich nicht verändert. Ich schreibe ihm noch heute nach jedem Spiel, egal ob Sieg oder Niederlage, eine SMS – und er antwortet immer. Den Aufstieg und das Tänzchen werde ich wohl nie vergessen. Am gleichen Abend zogen wir noch durch die Kneipen, die jungen Leute und ich mit 69 Jahren – wir verstehen uns super. Die jungen Fans bringen mich nach solchen Festen auch immer nach Hause. Als ich nach diesem denkwürdigen Abend daheim ankam, zeigte die Uhr 5.30 Uhr.

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