Wenn Fußballfans die lange Nase zeigen

»Der Rudi ist geflüchtet!«

In Norwegen ist der Denkmal-Kopf eines legendären Fußballer gestohlen worden. Gegnerische Fans sind bereits als Hauptverdächtige ausgemacht. Nicht die erste unterhaltsame Aktion von Fans, die ihrem Gegner die lange Nase zeigen.

Privat

1.
»Ich hätte nie gedacht, dass sie so tief sinken könnten!« Entsetzen herrscht momentan in der Fanszene von Lillestrøm SK, und ganz besonders bei Fansprecher Kenneth Kvebæk. Fans des Rivalen aus Valerenga haben den Kopf der Statue von Lillestrøm-Legende Tom Lund gemopst. Glaubt jedenfalls Kvebæk: »Dafür braucht man keinen Sherlock Holmes!« Vielleicht ja doch: der Kopf ist jedenfalls bislang noch nicht aufgetaucht.

2.
Retourkutsche in braun und weiß: Und sich für die Verschandelung des St.Pauli-Wappens vor dem Millerntor zwei Jahre zuvor zu revanchieren (HSV-Fans hatten den hilflosen Steinklotz geteert und gefedert), lackierten Unbekannte 2007 vor dem Spiel HSV II gegen St.Pauli den monströsen Uwe-Seeler-Fuß vor dem Volksparkstadion die Zehennägel. Selbstverständlich in den Vereinsfarben des Kiezklubs. Kommentar im St.Pauli-Forum: »Uwe hat die Nägel schön!«

3.
Legendär ist das Foto eines Dortmund-Fans, der 2005 bei einem Trainingslager in Kleve den damaligen Schalke-Trainer Mirko Slomka zum Schnappschuss bat und über dem Kopf des selig grinsenden Übungsleiters einen Schal mit der Aufschrift »Scheiß Schalke« ausbreitete. Auch Mittelfeldmann Levan Kobiashvili fiel dem »Unity«-Mitgliedern zum Opfer, lediglich Schalkes Manageridol Rudi Assauer habe »verdammt clever reagiert – Rudi hat sofort geschnallt, was los war und ist hastig geflüchtet, als wir ihn auch abschießen wollten«.

4.
Es ist nicht schwer, sich über Vereine, die sich »Rasenballsport« nennen und von einem Getränkeriesen gesponsert werden, lustig zu machen. Die Schmähungen unterhaltsam zu verpacken, ist schon wieder eine Aufgabe für sich. Fans von Carl Zeiss Jena knüpften erst kürzlich beim Heimspiel gegen RB Leipzig Fahnen vor der Gästekurve auf. Darauf deutlich zu lesen: »Facebook, Disco und Red Bull, heut gewinnen wir zu Null. Doch selbst nach tausend Siegen, Charakter werden wir nie kriegen«, oder auch: »Ultras Matteschitz Mattenschiss«. Lustig! Die Rasenballsportler reagierten meckerrentnerig und verklagen den Rivalen aus Jena. Urteil des Gerichts: 500 Euro Strafzahlung des Vereins, 250 Euro Strafe für den Stadionsprecher, der die Plakate bemerkte, aber nicht entfernen ließ. 750 Euro, der Getränkeriese wird es sicherlich gebrauchen können.

5.
Die ganz lange Nase zeigte Manchester-United-Anhänger Shaun O'Brian den Mächtigen von Manchester City. Die wollten nämlich im vergangenen Frühjahr ein Stück Land erwerben, um ein neues Trainingsgelände zu erreichten. Dumm nur: United-Fan O'Brian dachte gar nicht daran, zu verkaufen, schlug sogar ein Angebot in Höhe von 1,25 Millionen Euro aus und richtete stattdessen die Internetseite »United against City« ein, auf der Fans der »Red Devils« Teile seines Grundstücks erwerben konnten. Ein cleverer Schachzug, entzog sich O'Brian damit doch einem möglichen juristischen Streiterei. Dass er sein Land verliere, so der United-Mann, »ist mir klar. Jetzt geht es nur noch darum: wie und zu welchem Preis!«

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