Wenn Fußballer bestraft werden

Eine beschissene Welt

Wehe, wenn sie losgelassen: In unserer aktuellen Ausgabe (11FREUNDE#142) berichten wir von zehn kuriosen Strafen, die Trainer einst gegen ihre Spieler aussprachen. Hier sind fünf weitere Strafen aus der kunterbunten Fußball-Welt.

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Capoeira heißt die brasilianische Mischung aus Tanz und Kampfsport. Der Portugiese Nani machte den Capoeira zu seinem Markenzeichen, wann immer er ein Tor geschossen hatte, wirbelte der Offensivspezialist so kraftvoll durch die Luft, dass man Angst um die mutjubelnden Kollegen haben musste. Dann wechselte Nani zu Alex Fergusons Manchester United – und durfte nicht mehr tanzen. Die Verletzungsgefahr sei zu groß, sprach Sir Alex zwischen einer Kaugummi-Rotation. Für wen sagte er allerdings nicht.

»Ich wünschte, dass mich das nächste Foto, das ich poste, mit dem EM-Pokal zeigt. Bis bald!«, twitterte Spaniens Cesc Fabregas mit einer virtuellen Träne im Knopfloch vor dem Start der Euro 2012 – und verabschiedete sich von seiner interaktiven Gemeinde. Trainer Vincente del Bosque, ein Mann aus einer Generation, die schon das Telefax für übertrieben vernetzt empfindet, hatte seinen Spieler ein Twitter- und Facebook-Verbot verschafft. Mit Erfolg: Spanien siegte und Fabregas feierte sein Twitter-Comeback mit dem versprochenen Pokal-Foto.

Lage bevor Miroslav Klose seine Tore mit einem kryptischen Fingerzeig feierte, begeisterte er sein Publikum mit ungelenken Salti, die schnell zu seinem Markenzeichen wurden. Weil sich jedoch gleich ganze Wartezimmer voller Experten zu Wort meldeten, unter anderem Hobby-Orthopäde Günter Netzer (»Ich habe Angst um Miro!«), sprach Kaiserslautern-Boss Atze Friedrich 2002 ein Salto-Verbot aus. Ohne Erfolg. Klose sprang weiter.

»Wir leben in einer beschissenen Welt«, stellte Bayern-Manager Uli Hoeneß 2003 fest und meinte den alltäglichen Voyeurismus, dem sich in diesem Jahr besonders Torwart Oliver Kahn ausgesetzt war: Ein Besucher des Münchener Schickeria-Schuppens »P1« hatte den Titan beim Knutschen mit der Blondine Verena gefilmt, Stoff genug für tagelange »Bild«-Aufmacher. Hoeneß reagierte wenig romantisch und sprach ein kurzfristiges Disco-Verbot für seinen Torwart aus. Beschissene Welt.

»Wenn man auf meinen Grabstein eines Tages nur ›Hamburg 74‹ schreibt, weiß jeder, wer darunter liegt«, sagte Jürgen Sparwasser einmal. Sein Tor im deutsch-deutschen Duell bei der WM 1974 hatte den weltberühmt gemacht. Doch statt den historischen 1:0-Erfolg mit seinen Mitspielern auf der Reeperbahn zu feiern, verpasste ihm die aufgeregte DDR-Delegation ein Ausgehverbot: Aus Angst, der frisch gebackene sozialistische Held würde von angetrunkenen Klassenfeinden auf der Partymeile Prügel beziehen.

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