Wenn Fußballer besoffen ins Auto steigen

»Ich kann dein Leben kaufen!«

Passiert nicht selten: Wenn Fußballer in ihre Autos steigen, hält kurze Zeit später die Autobahnpolizei die Kelle raus. Die Geschichte einer allzu temporeichen Beziehung.

imago

Am Ende war dann doch der Kellner Schuld. Zwar war es Diego, Mittelfeldspieler beim SV Werder, zunächst selbst gewesen, der tief in der Nacht mit seinem weißen VW Touareg in zügigem Tempo die Bremer Innenstadt gequert und dabei auch eine tiefrote Ampel nur als freundliche Empfehlung interpretiert hatte. Drei Streifenwagen hatten Diegos Schlitten schließlich eingekeilt, was aber nicht so wild war, weil der Fußballer schließlich stocknüchtern war. Beziehungsweise hatte er allenfalls »ein paar Gläser Wein in einem Lokal getrunken, aber war auf keinen Fall angetrunken«. Falls doch, wusste Diego immerhin, bei wem er sich zu bedanken hatte. »Das war auch die Schuld des Kellners, der hat mir immer wieder Wein einfach so nachgeschenkt!«

Zweimal ist Bremer Recht, dachte sich daraufhin ein anderer Werder-Internationaler. Marko Arnautovic wurde daheim in Wien von den örtlichen Gendarmen befragt, nachdem er mit seinem abermals weißen Porsche innerorts allzu schnittig unterwegs gewesen war. Arnautovic verdiente sich Sympathiepunkte, als er die Wachtmeister familiär anblaffte: »Du hast mir gar nichts zu sagen. Ich verdiene so viel, ich kann dein Leben kaufen.« Als der Beamte danach ein wenig mopsig wurde, hatte Arnautovic noch einen im Köcher: »Wenn du mich anzeigst, dann wirst du schon sehen. Ich bin etwas Höheres als du!« Muss man nicht sagen, kann man aber, wenn man will, dass die Kontrolle noch eine halbe Stunde länger dauert.

Kreuzer schaffte nicht mal die 1-Promille-Grenze

Es geht halt immer wieder etwas schief, wenn Kicker ihre nagelneuen Firmenwagen besteigen. Dann wird aus Prestigegründen das Gaspedal gerne schon auf dem Parkplatz bis zum Bodenblech durchgetreten. Und die Verkehrsregeln werden nur dann beachtet, wenn es keine Umstände macht.

Ist ja nicht nur der Bundestrainer, der nun sechs Monate lang nur auf dem Beifahrersitz hockt, weil sich vom schmalen Gehalt als Nationalcoach doch nicht mal so eben eine Freisprecheinrichtung finanzieren lässt. Stattdessen sind in den letzten Jahrzehnten schon unzählige Kicker, Trainer und Funktionäre durch gewagte Manöver in Spielstraßen und Lichtgeschwindigkeit auf bayerischen Landstraßen auffällig geworden. Manches davon endete tragisch. Tote und Verletzte gab es schon und ebenso viele Delikte, bei denen am Ende gepustet und eine Vene für die Blutprobe gesucht wurde. Reiner Geye von Fortuna Düsseldorf war 1976 bei einer kleinen Ausfahrt mit seinem Zuffenhausener Jahreswagen und von der Düsseldorfer Polizei gemessenen 1,32 Promille durchaus im oberen Mittelfeld der ewigen Tabelle anzusiedeln. Bayern-Stürmer Claudio Pizarro wurden bei einer nächtlichen Kurvenfahrt hingegen zunächst stattliche 1,1 Promille zugebilligt, die jedoch über Nacht auf 1,02 Promille heruntergepegelt wurden. Und kein Wunder, dass es dem HSV-Sportchef Oliver Kreuzer in der letztjährigen Seuchensaison nicht einmal gelang, die magische 1-Promille-Grenze zu meistern, ab der sich Gäste beim Sport1-Doppelpass verschwörerisch zuzwinkern dürfen. 0,98 Promille zeigte der Alkomat auf der Rothenbaumchaussee, die Beamten werden genauso enttäuscht gewesen sein wie Kreuzer selbst. 

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nichts akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!