Wenn Fans sich vom Fußball abwenden (1)

Wir ham die Schnauze voll!

Kann man den Profifußball in seiner gegenwärtigen Form noch unterstützen? Diese Fans sagen: Nein!

Fritz Beck
Heft: #
172

Fußballer, die mehr verdienen, als ganze Fankurven zusammen. Absurd hohe Transfersummen. Die Entfremdung vom Grundgedanken des Sports. Die Dominanz der reichen Klubs. Oberflächliche Spieler, korrupte Funktionäre, ignorante Entscheider. Die Auswüchse des modernen Fußballs sind vielfältig und oftmals unschön. Für unsere neue Ausgabe (ab sofort im Handel erhältlich) suchten wir nach Fans, denen der Spaß am Spiel vergangenen ist. Die sich einst in den Fußball verliebten und sich inzwischen enttäuscht davon abgewandt haben. Die die Schnauze voll haben.

Hoffentlich ein Wachrüttler

Sieben von ihnen stellen wir in der neuen Ausgabe vor (jetzt am Kiosk und bei uns im Shop) Viele weitere schrieben uns in Mails und Briefen von ihren Beweggründen, sich mehr und mehr von der großen Liebe zu entfernen. Warnrufe, die alle, die den Fußball schätzen, ernst nehmen sollten. Und die, die aus ihm noch den letzten Euro herausquetschen, auf dem Rücken der Fans und des Sports ihre Ziele durchsetzen wollen, hoffentlich wachrütteln.

In zwei Teilen veröffentlicht 11FREUNDE hier nun weitere Proteste aus der Fanszene. Die Meinungen spiegeln nicht immer die unsere wider. Nachdenklich stimmen sie allemal.

Jens Kuhnert / 30
Ich bin Fußball-Fan geworden, weil mich die Möglichkeiten kleiner und großer Sensationen fasziniert haben. In meiner ersten wirklich wahrgenommenen Bundesliga-Saison wurde Freiburg Dritter. Freiburg! Das ist unmöglich geworden. Die ersten sechs Plätze sind auf Dauer zementiert, und einem Klub wie meinem – dem 1. FC Köln – bleibt nur das das graue sportliche Mittelmaß. Ich würde eher wieder dem FC verfallen, wenn er als Chaosklub gegen den Abstieg kämpfen würde, so weit ist es gekommen. Der Fußball hat sich selbst seiner größte Attraktion beraubt: dem berechtigten Hoffen der Fans, dass in jedem Spiel und jeder Saison wirklich was gehen könnte, Sensationen möglich sind. Das ist einfach nicht mehr der Fall. Seit 16 Jahren bin ich Dauerkarteninhaber. In dieser Saison war ich erst bei einem Spiel, weil das Kribbeln irgendwie weg ist. Schließlich weiß man schon vor der Saison, dass wir zwischen dem 10. und 18. Platz landen. Mittlerweile frage ich mich sogar ernsthaft, ob es nicht besser wäre, wenn alle Teams einen zahlungskräftigen Konzern im Rücken hätten.

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