Wenn 11FREUNDE-Redakteure Fußballpause machen

Die Nerds

11FREUNDE-Mann Alex Raack wollte in seinem Urlaub eigentlich auf Fußball verzichten – und wurde dann doch schwach. Am Ende trieben ihn Gewissensbisse in ein bayrisches Restaurant auf Sardinien.

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Es ist ganz richtig, dass in der 11FREUNDE-Redaktion nur Nerds sitzen. Das vergisst man in der Hektik des Alltags manchmal, aber wenn man dann kurz davor ist, in den Urlaub zu entschwinden, bricht das Nerdtum aus den Kollegen heraus. Sie fragen beiläufig: »Und, wohin geht die Reise?« Man antwortet: »Cagliari, Sardinien!« »Ah, US Cagliari! Musst dir unbedingt ein Heimspiel geben. Das Stadion ist zwar momentan marode und im Umbau, aber in dem Ausweichstadion soll noch richtig ursprüngliche Atmosphäre herrschen!« Dann sprechen sie von möglichen Alternativen, falls es, aus welchen Gründen auch immer, nicht mit dem Heimspiel von US klappen sollte. 100 Kilometer nördlich von Cagliari sei doch ein knuffiger Bezirksligist, den sollte man gesehen haben! Ach ja: Die U17 von Armenien absolviere doch just in der Urlaubszeit des Kollegen ein Testspiel gegen Ungarn II – Pflichttermin! So geht das dann weiter, und man hat die weisen Ausflugstips erst dann überstanden, wenn man in einem Flugzeug 10.000 Meter über der Redaktion sitzt.

Eigentlich Fußballpause

Was ich mich vor meiner Auszeit nicht getraut habe zu sagen: Ich hatte in den eineinhalb Wochen meines Urlaubs gar nicht vor, ein Fußballspiel zu besuchen. Im Gegenteil: Ich wollte gar nicht wissen, ob Jürgen Klopp mal wieder eine schlimme Grimasse ziehen, Energie Cottbus die Stürmer ausgehen, oder ob irgendwo in China ein Sack Reis so unglücklich auf den Knöchel eines Mittelfeldspielers fallen würde, dass der bis zur Rückrunde verletzt ausfiele. Ich hatte mir eine Fußballpause verschrieben.

Mehr als eine Woche hielt ich das durch. Dann fraßen die Gewissensbisse große Löcher in mein Hirn. Im Geiste sah ich die erwartungsfrohen Gesichter der Kollegen, die von mir hören wollten, wie das Bier beim Bezirksligisten geschmeckt habe, oder ob Ungarn II tatsächlich so stark sei, wie man sich erzähle. Ich geriet in Panik. Ich brauchte ein besonderes Fußballerlebnis, um das Jahr 2013 nicht im Hagel anklagender Blicke zu Ende zu bringen.

Das Länderspiel kam mir gerade recht. Italien gegen Deutschland. Und ich auf Sardinien! Ich überzeugte den italienischen Mitbewohner einer Freundin, die mich Fußball-Eremiten aufgenommen hatte, diesen Klassiker mit mir zu genießen. Und hoffte auf die Fußball-kulturelle Weitsicht des Mannes. Vielleicht konnte ich den verpassten Bezirksligisten mit einer Story über 90 Minuten Italien-Deutschland im Hinterzimmer in einer Hool-Kaschemme ausgleichen. Oder mit einem Besuch in der Stammkneipe des Zwillingsbruders von Roberto Baggio, der seit 40 Jahren von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt auf Sardinien lebte.

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