Weltstar Juan Sebastian Veron mischt Argentiniens Amateure auf

Der kleine Hexer

Seine Profikarriere hat er bereits beendet, doch das Kicken kann er nicht lassen: Mit 37 Jahren hat Juan Sebastián Verón den Amateurklub Asociación Coronel Brandsen zur Meisterschaft geführt. Und die Beobachter der Szene sprechen bereits von einer »Revolution – in jeder Hinsicht!«.

Normalerweise hätten wohl nur die engsten Freunde und Verwandten der Akteure an diesem brütend heißen Sommertag den Weg ins Stadion gefunden. In der Partie zwischen Asociación Coronel Brandsen und Las Lomas de Guernica ging es zwar um die Meisterschaft. Nicht jedoch in Argentiniens Belleetage, sondern in der Amateurliga von La Plata. Ein Name reichte aber aus, um die Begegnung zu einem Ereignis zu machen: Juan Sebastián Verón.

Um dem Zuschauerinteresse gerecht zu werden, hatte Brandsens Klubführung die bescheidene Anlage »Pancho Varallo« extra um zwei provisorische Tribünen erweitert: 24 Meter lang, mit jeweils sechs Stufen. Zudem war ein VIP-Zelt sowie ein bescheidener Pressebereich errichtet worden. Es kommt eben nicht häufig vor, dass ein ehemaliger Weltstar für ein Team von Freizeitkicker aufläuft.

Eigentlich war die Karriere der »kleinen Hexe« schon beendet

In den vergangenen knapp sechs Monaten hatte Verón die sonst so beschauliche Welt der Amateure gehörig durcheinander gebracht. Eigentlich schien die Karriere von »La Brujita«, der kleinen Hexe, wie der kahlköpfige Spielmacher in seiner Heimat gerufen wird, mit dem Abschied von Estudiantes de La Plata bereits beendet.

Mitte Juni hatte er gegen Olimpo seinen letzten Heimauftritt im Trikot des Klubs absolviert, bei dem er einst 1994 seine Profilaufbahn begonnen hatte. »Ein Spieler geht, eine Legende wird geboren«, huldigten die Estudiantes-Fans damals ihrem Idol mit einem riesigen Banner auf den Rängen. Eine Woche später war dann nach dem Auswärtsspiel bei Union de Santa Fe endgültig Schluss.

Doch auch ein Ex-Nationalspieler hat mit 37 Jahren noch Träume. Seit seiner Kindheit wollte Verón unbedingt einmal mit seinem Cousin Pedro in einer Mannschaft spielen. Als der Coup schließlich perfekt war, jubilierte man bei Brandsen: »Der Name unseres Klubs ist jetzt in aller Munde.« Was folgte, war eine Hysterie, wie ihn der Amateurfußball in La Plata zuvor nie erlebt hatte.

Plötzlich wollte jeder beim Veron-Klub spielen

Marcelo Mazzacane, Präsident des örtlichen Verbands, sprach gar von einer »Revolution – in jeder Hinsicht«. Die Klubs konnten sich über Nacht vor Mitgliedsanträgen kaum retten. Überall standen die Kicker Schlange vor den Vereinsheimen. Alle wollten die Chance nutzen, einmal im Leben in der gleichen Liga wie Verón zu spielen. Selbst Akteure, die woanders für Geld aufliefen, boten ihre Dienste plötzlich gratis an.

Während sonst knapp hundert Zuschauer im Durchschnitt die Heimspiele von Brandsen verfolgen, drängten sich bei Verons Auftritten über 1500 Fans an den Banden. Auch die Gastmannschaften wurden zahlreicher denn je von ihrem Anhang begleitet.

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