15.07.2014

Weltmeister sein

Mit Leib und Seele

Dieser Titelgewinn war vielleicht sogar mehr als nur ein sagenhafter sportlicher Erfolg. Sondern auch der Beweis, wozu Teamgeist in der Lage sein kann.

Text:
Friedhard Teuffel
Bild:
imago

Die Weltmeister kommen, sie feiern weiter in Berlin, und nach so einer langen Reise darf man fragen: Was haben sie uns eigentlich mitgebracht? Den bedeutendsten Pokal des Sports werden sie bestimmt mit jugendlichem Stolz herumzeigen, weil sie ihn mit so viel Kraft und Konzentration erobert haben. Ihr wertvollstes Mitbringsel dagegen haben sie gut in Gesten und Worte eingepackt. Der Teamgeist lässt sich nicht anfassen wie ein Pokal, aber er strahlt noch stärker als eine Trophäe aus Gold.

Der Teamgeist wurde beschworen, gehütet, gepflegt

Die Fußball-Nationalelf ist in Brasilien nicht einfach so Weltmeister geworden durch ein Tor im Finale - ein besonders schönes übrigens. Die herausragende Leistung dieser Mannschaft und ihres Trainerstabs ist ihr Zusammenhalt. Den Teamgeist haben sie erst beschworen, dann gehütet und gepflegt, bis er immer weiterwuchs, ganz organisch. Seine Verästelungen durchdrangen auch jenes feste Bild der spielenden Jungunternehmer, die auf dem Fußballfeld nur für maximalen Eigenprofit kämpfen. Im Finale stand er dann in voller Blüte.

Von jedem großen Triumph im Fußball ist eine Ableitung auf Land und Leute möglich, das fing 1954 in Bern an, und 2006 bei der WM im eigenen Land reichte es zwar nicht zu einer sportlichen Überraschung, dafür aber zu einer gesellschaftlichen: Die Leichtigkeit kann auch die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen. Nun also Rio 2014. Ein Sieg des Pluralismus. Denn in dieser Mannschaft fand jeder seinen Platz, konnte jeder etwas beitragen, war jeder auf seine Art wichtig.

 
 
 
 
 
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