Welchen Rekord knackt Lionel Messi als nächstes?

Wie am Arcade-Automat

Lionel Messi bricht alle paar Wochen einen Rekord. Nun sogar den »Die meisten Tore in einem Jahr«-Rekord von Gerd Müller. Manchmal wirkt er wie ein Spieler, der sich selbst am Arcade-Automat spielt und täglich neue Bestmarken aufstellt. Wir haben ein paar gesammelt.

Wie läuft das eigentlich ab, wenn Lionel Messi einen Rekord bricht? Stürzen sich Mitspieler und Freunde auf den Jungen, um ihm davon zu berichten? Klingelt nach solchen Rekorden sekündlich sein Handy? Sammelt er die Zeitungsausschnitte? Die Berichte, in denen er wieder mal als »Messias«, »Gott im Barca-Trikot« oder »Picasso des Fußballs« betitelt wird. Hat er einen kleinen Rekorde-Schrank? Oder bekommt der Argentinier das gar nicht mehr mit?
 
Vor nahezu jedem Spiel hat in diesem Jahr die spanische Sportzeitung »Marca« von einem Rekord berichtet, den der kleine Argentinier brechen kann. In der laufenden Saison hat Lionel Messi so viele Bestmarken geknackt, dass er einen Assistenten anstellen könnte, damit dieser Buch darüber führt. Er ist: der beste Torschütze in den Clasicos (15 Tore); der erste Spieler in elf Jahren, der in sechs aufeinanderfolgenden Spielen für Argentinien traf; der einzige Spieler in der Geschichte Barcelonas, dem sechs Auswärtshattricks gelangen; der erste Spieler in der Geschichte Barcelonas, der 100 Tore im Camp Nou schoss.

Die besten Messi-Rekorde aus der Saison 2012/13 >>
 
Dazu kommen noch ein paar weitere Rekorde, und wenn man all diese Superwerte anschaut, beschleicht einen irgendwann unweigerlich das Gefühl, dass Messi Fußball spielt, als bediene er sich selbst in einem Arcade-Videospiel aus den achtziger Jahren. Da steht er dann alle paar Tage, um die letzte Bestmarke zu knacken. Nur: Er hat keinen Endgegner.
 


Die vergangenen Wochen standen im Zeichen eines Rekordes aus dem Kalenderjahr 1972. Gerd Müller gelangen damals 85 Pflichtspieltore. Lionel Messi hätte ihn schon am Mittwoch gegen Benfica Lissabon einstellen können, doch er verletzte sich am Knie. Kein Grund zur Panik, denn es verblieben weitere vier Spiele in 2012. 

Die spanische Zeitung »Marca« reagierte allerdings übereifrig. Sie trug die Sorge, dass Messi nicht wieder rechtzeitig auf den Damm kommt. Und so setzte sich ein fleißiger Redakteur eines Tages an den Videorekorder und sah sich alle Tore von Gerd Müller aus dem Jahr 1972 noch einmal an. Schließlich stieß er auf ein Spiel – das 4:1 Deutschlands gegen die UdSSR –, bei dem der »Bomber der Nation« angeblich vier Tore geschossen haben soll. Allerdings sei eines, so die These der »Marca«, ein Eigentor von dem sowjetischen Torhüter Jewgeni Rudakow gewesen. Messi hatte Müllers Rekord also schon längst eingestellt.

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Am Sonntagabend war das Thema dann allerdings hinfällig. Messi schoss am Sonntagabend beim 2:1-Sieg gegen Betis Sevilla seine Treffer 85 und 86. Gerd Müller hatte bereits vergangene Woche geahnt, dass Messi seinen Rekord brechen wird. In der Zeitung »Die Welt« sagte er: »Mir persönlich bedeuten Rekorde nicht viel, aber wenn es jemand verdient hat, mich zu überholen, dann Messi.« Nun, einen Tag nach dem Rekord, schwärmt er: »Ein Gigant, der einen Fehler hat: Er spielt nicht beim FC Bayern.«

Das Gute daran: Müller wird vermutlich auch die nächsten, sagen wir 50 Jahre seinen Bundesliga-Saisonrekord behalten. In der Saison 1971/72 schoss der »Bomber« 40 Tore in 34 Spielen. Kein Bundesligastürmer der vergangenen 40 Jahren kam nur in die Nähe dieses Rekords. Bei Messi bleibt nur die Frage: Welchen Rekord knackt er als nächsten? Die Highscore beim Videospiel »Donkey Kong« steht bei 1.138.600 Punkte. Rekordhalter ist der 35-jährige Chirurg Hank S. Chien.

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