Was zum Geier ist Fanfiction?

»Ein kurzer Schmerz im Herzen«

Im Internet treffen sich Hobby-Autoren und schreiben Geschichten über ihre Lieblingskicker. Mit Herzschmerz, zweifelhafter Syntax und Bravo-Foto-Lovestory-Charme

11FREUNDE

Der Start in die Weltmeisterschaft mag geglückt sein, aber dennoch: An diesem schwülen Tag in Salvador geht es Mesut gar nicht gut.


»Hey alles in Ordnung?«, Lukas sah mich besorgt an als ich in die Kabine kam.
Ich lächelte: »Ja alles in Ordnung«, sagte ich und drückte ihm kurz einen unauffälligen Kuss auf die Wange: »Wir haben schliesslich 4:0 gewonnen«, erklärte ich.
»Ich dachte nur wegen Ronaldo...«, sagte er leise.
Ich spürte einen kurzen Schmerz im Herzen: »Alles in Ordnung, es tut gut ihm zu zeigen wie gut es mir geht ohne ihn. Ich brauche ihn nicht, schliesslich habe ich dich«, lächelte ich.
Doch das Lächeln ist nicht echt, trotz Lukas’ tröstender Worte und dem zarten Pflänzchen Liebe, das zwischen den beiden zu wachsen beginnt. Zu groß ist der Schmerz, zu frisch noch die Wunden. Am Mannschaftsbus schließlich kocht alles noch mal hoch:
Ich schulterte meinen Rucksack und machte mich auf den Weg zum Mannschafts-Bus als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte, ich kannte diese Hand sehr gut. Ruckartig drehte ich mich um und löste mich von ihm: »Was willst du Cristiano«, ich funkelte ihn böse an.

»Ich wollte mich entschuldigen«, erklärte er.
»Hat aber lange gedauert«, zischte ich: »Dann entschuldige dich und verschwinde wieder!«
»Es tut mir leid, ich... ich hätte mich für dich einsetzten müssen, ich hätte dich nicht einfach so gehen lassen sollen«, sagte er und sah zu Boden.
»Wenn du dich entschuldigen willst dann sieh mir gefälligst in die Augen, oder hast du dafür den Mumm nicht?«, fragte ich.
»Ich... ich liebe dich Mesut!«, flüsterte er und sah mir in die Augen, ich entdeckte dass sie feucht wahren.
»Du hast dich nichts gesagt als sie ihn verpflichtet haben, kein einziges Wort darüber, du hast nicht reagiert als ich dir gesagt habe dass ich nach London gehe, deine einzige Reaktion war mir viel Glück zu wünschen«, meine Stimme war laut und zum ersten Mal zitterte sie kein bisschen.
»Bitte Mesut«, dafür zitterte die Stimme des Portugiesen.
»Ich habe auch gefleht, lange hab ich dich angefleht....«, meine Stimme war voller Wut.
»Ich... ich brauche dich doch, ich brauche meinen kleinen deutschen Wirbelwind«, flüsterte er.

Aber der kleine deutsche Wirbelwind hat genug vom launigen Latino und winkt ab, lässt Cristiano mit gebrochenem Herzen zurück und den Leser mit einer Handvoll Fragen. Kann die Beziehung zu Lukas so funktionieren? Wie geht Cristiano damit um? Und: Was zum Geier passiert hier eigentlich?

Was hier »passiert«, ist die Geschichte »Ich brauch dich nicht!« von »livelovelaugh« und sie ist ein Kleinod der Fanfiction. Fanfiction, das sind von Fans verfasste Texte, die Originalwerke wie Filme, Bücher oder Fernsehserien weiterspinnen oder prominente Personen in den Mittelpunkt einer fiktiven Handlung stellen. Aber mit einer solchen Verknappung tut man dieser Kunstform freilich Unrecht. Fanfiction ist die Fortführung einer hehren Tradition, wie Wikipedia weiß: »Obwohl ähnliche Weiterentwicklungen populärer Geschichten einst eine wichtige kreative Treibkraft vieler Kulturen waren, werden dem heute durch das Urheberrecht enge Grenzen gesetzt, sodass sich Fanfiction heute meistens im nichtkommerziellen ‚Untergrund‘ von Fangemeinden abspielt.«

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