Was wurde aus den »Super Eagles«?

Anwälte und Filmstars

Im neuen 11FREUNDE-Heft ist über die Wundertaten der nigerianischen Nationalelf in den 90er Jahren zu lesen. Doch was wurde eigentlich aus den «Super Eagles«? Wir haben ein wenig Spurensuche betrieben und präsentieren hier eine Auswahl. Imago
Heft #66 05 / 2007
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# Taribo West

Aus dem Defensivkünstler mit der eigenwilligen Haarfrisur wurde nach dem Olympiaerfolg ein Wandervogel. Der Wechselreign begann 1997, als der Verteidiger von Auxerre zu Inter Mailand ging. Seine Erfolgsserie hielt dort an, gewann er gleich im ersten Jahr den UEFA-Pokal mit Inter. Dann ging es Schlag auf Schlag. Nach einem kurzen Gastspiel beim Lokalrivalen AC wechselte West nach England zu Derby County, nach Deutschland zum 1. FC Kaiserslautern, über Partizan Belgrad in die Wüste zu Al-Arabi Doha. Das alles im Laufe von nur fünf Jahren. Sein internationales Engagement beendete er 2005 in der englischen First Division bei Plymouth Argyle. Die Töppen hat West jedoch noch nicht an den Nagel gehängt. Momentan schnürt er sie sich für den nigerianischen Ausbilderverein FC Julius Berger.

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# Emmanuel Amunike

Emmanuel „Emmy“ Amunike gelang es nach den Olympischen Spielen einen Vertrag beim FC Barcelona zu ergattern. Bis ins Jahr 2000 sollte er bei den Katalanen bleiben und dabei lediglich auf 19 Einsätze kommen. Eine schwerwiegende Knieverletzung bescherte im das Aus in der ersten Saison für Barça. Nachdem er es noch einmal in der Segunda Division bei Albacete Balompié versuchte, beendete Amunike seine Karriere nach der Saison 2003/2004 beim jordanischen Verein Al-Wet. Noch im selben Jahr kündigte er ein Comeback an, welches bis heute jedoch nicht eingetreten ist. Zuletzt trat der 36-jährige Amunike in einem Werbespot für einen französischen Autohersteller in Spanien in Erscheinung. Darin nimmt er seinen ausbleibenden Erfolg beim FC Barcelona auf die Schippe.



# Victor Ikpeba

Seine beste Zeit hatte der heute 34jährige Victor Ikpeba wohl beim AS Monaco unter Trainer Arsene Wenger. Nach dem Sieg bei Olympia wurde er 1997 zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt. Bis ins Jahr 1999 verlief seine Karriere tadellos. Ausgerechnet sein Engagement in der Bundesliga bei Borussia Dortmund läutete seinen Absturz ein. Zu keinem Zeitpunkt schaffte er es im Dress des BVB zu überzeugen. Doch auch in Sevilla, wo er die Saison 2001/2002 für Betis bestritt, gelang es ihm nicht Fuß zu fassen. Lediglich auf drei Einsätze brachte es der einstige Star der »Super Eagles«. Es folgten Arbeitsverträge in Saudi-Arabien, Belgien und letztlich Qatar, wo er 2005 seine Karriere beendete.
Er selbst wohnt nun wieder dort wo es ihm fußballerisch am besten ging, in Monaco.

# Daniel Amokachi

Der Gewinn der Olympiamedaille war zugleich der Höhepunkt in der Karriere von Daniel Amokachi. Zu dieser Zeit spielte er noch für den FC Everton, mit denen er 1995 den FA-Cup gewann. Nach Olympia zog es ihn in die Türkei zu Besiktas Istanbul wo er noch drei gute Jahre erleben sollte. Anhaltende Knieprobleme verhinderten eine weitere Karriere als Profi. Kurios: Er hatte 1999 bereits einen Vertrag bei 1860 München unterzeichnet, der jedoch nach einem nicht bestandenen Medizincheck von Amokachi wieder aufgelöst wurde. Das gleiche geschah ihm beim britischen Verein Tranmere Rovers sowie in der MLS bei Colorado Rapids. Einen Ausklang fand seine Karriere in der nigerianischen Heimat, beim Verein Nasarawa United im Jahr 2005. Als Absolvent der New York Law-School ist Daniel Amokachi ein arbeitsfähiger Anwalt.

# Jay-Jay Okocha

Der begnadete Dribbler und Schütze vom ARD-Tor des Jahres 1993 beendete seine Karriere im Dress der »Super Eagles« vor etwas mehr als einem Jahr. Nach Olympia 1996 verließ Okocha die mittlerweile zweitklassig spielende Eintracht aus Frankfurt und wechselte zu Fenerbahçe Istanbul bevor er 1998 für die nicht gerade geringe Ablösesumme von 22 Millionen Euro von Paris St. Germain gekauft wurde. Vier Jahre belebte er das Offensivspiel der Franzosen. Es folgten noch vier Jahre Premier League bei den Bolten Wanderers. Momentan lässt Jay-Jay seine Karriere offenbar in der Wüste Qatars ausklingen.



# Sunday Oliseh

Der defensive Mittelfeldspieler mit der harten Klebe verließ im Jahr nach dem Olympiaerfolg den 1. FC Köln und wechselte zu Ajax Amsterdam. Über Juventus Turin kehrte er 2000 zurück in die Bundesliga zu Borussia Dortmund. Hier erging es ihm ähnlich wie Ikpeba. Er konnte sich nicht durchsetzen und wurde 2002 an den VFL Bochum ausgeliehen. Sein Engagement im Ruhrpott fand 2004 ein jähes Ende, nachdem Oliseh seinem Mitspieler Hashemian in der Kabine die Nase brach. Zurück in Dortmund spielte er noch eine Saison bevor er zum belgischen Verein KRC Genk wechselte. Nach nur wenigen Einsätzen für die Belgier löste der Nigerianer seinen Vertrag, der eigentlich noch bis Mitte diesen Jahres galt, Anfang 2006 aus unbekannten Gründen auf und beendete seine Karriere. Nur wenige Monate später tauchte er als Sportkoordinator beim beglischen Zweitligist KAS Eupen auf. Doch auch dieses Engagement war nicht von langer Dauer. Oliseh wohnt heute in Belgien.

# Nwankwo Kanu

Der mittlerweile 30-jährige Angreifer spielt immer noch für die Nationalmannschaft Nigerias. Erst kürzlich sicherte er seinem neuen Trainer Berti Vogts, durch einen späten Treffer in der Partie gegen Uganda einen Einstand nach Maß. Neben dem Olympiasieg, gewann Kanu die Champions League, den UEFA-Cup, war zweimal Afrikas Fußballer des Jahres und holte diverse Meisterschaften in den Niederlanden und England. Er kann als erfolgreichster Spieler vom schwarzen Kontinent angesehen werden. Aktuell ist er für den FC Portsmouth in der Premier League auf Torejagd.

# Trainer "Jo" Bonfrere

Johannes "Jo" Bonfrere erlebte seinen Höhenflug als Trainer mit den »Super Eagles«. Sein Telefon klingelte sich nachher aber keineswegs heiß und die großen Angebote blieben aus. Nachdem bereits Rainer Zobel und Dixie Dörner ihr Glück beim ägyptischen Verein Al-Ahly versuchten, heuerte Jo für die Saison 2002/2003 in Kairo an. Doch als er das letzte Spiel der Saison und damit die Meisterschaft verlor, wurde er seinen Posten los. Was folgte war die WM-Qualifikation mit Südkorea für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, welcher er zwar erreichte doch sein Standing bei den Fans und den Medien reichte nicht aus um die Mannschaft nach Deutschland zu begleiten. Aus den Diskussionen zog er Konsequenz seinen Rücktritt. Aktuell trainiert der Niederländer das Team des FC Dalian Shide in der chinesischen Super League.







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