Was wird aus Bastian Schweinsteiger?

Die Randfigur

Er ist allen sympathisch, hat viel für den deutschen Fußball getan - aber nun steht er am Rande der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien. Wird er noch eine tragende Rolle spielen oder sehen wir den Anfang des Endes eines großartigen Spielers?

imago

Die sportliche Leitung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist mit einigen guten Ideen zur Weltmeisterschaft nach Brasilien geflogen. Sie hat den Spielern geraten, sich auf die neue Umgebung einzulassen und dem Rhythmus des Landes zu folgen. Ganz so einfach aber ist das offensichtlich nicht, zumindest nicht mit dem Schlafrhythmus. Viele Spieler gehen auch nach Bewältigung des Jetlags früh zu Bett und sind entsprechend früh auch wieder wach. Bastian Schweinsteiger zum Beispiel wurde schon mehrmals morgens um sechs am Strand gesichtet, mit der Heimat telefonierend oder einfach nur dem Rauschen des Atlantiks lauschend.

An einem der ersten Tage in Santo André soll Schweinsteiger sogar die Fäuste geballt haben wie nach einem wichtigen Tor und beim Anblick des Meeres gerufen haben: »Ist das geil!«

Inzwischen kann man sich nicht mehr sicher sein, ob Bastian Schweinsteiger das immer noch so sieht.

Schweinsteiger in der Trainingsgruppe zwei

Als die Stammspieler am Tag nach dem 4:0-Auftaktsieg gegen Portugal ihre müden Knochen ein wenig bewegen durften, stand der 29-Jährige mit der Trainingsgruppe zwei auf dem Platz. Schweinsteiger musste sich mit Christoph Kramer, Erik Durm und Kevin Großkreutz beim Torschusstraining verdingen, nachdem er das Spiel 90 Minuten lang von der Bank verfolgt hatte.

Schweinsteiger saß in Salvador am äußeren Ende der Ersatzbank, so weit wie möglich von Joachim Löw entfernt. Natürlich ist die Sitzordnung oft dem Zufall geschuldet, und doch wird ihr immer auch eine entsprechende Symbolik beigemessen: Aus Schweinsteiger ist plötzlich eine Randfigur geworden.

Kann er einen Platz im Team finden?

So sehr wie sich die WM-Aussichten der deutschen Mannschaft durch den rauschhaften Sieg gegen Portugal aufgehellt haben, so sehr hat sich die persönliche Perspektive für den Münchner verdüstert. Im Moment dürfte es schwierig für ihn sein, einen Platz im Team zu finden.

Gegen die Portugiesen formierte Bundestrainer Joachim Löw seine Mannschaft in einem 4-3-3-System. Im zentralen Mittelfeld gab Philipp Lahm den defensiven Sechser, Toni Kroos und Sami Khedira spielten als Achter auf den Halbpositionen davor. Damit waren in der Zentrale sämtliche Eigenschaften vertreten, die in dieser sensiblen Zone benötigt werden: Präsenz, Robustheit, strategisches Geschick, Übersicht, Passgenauigkeit.

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