Was macht eigentlich Vinnie Jones?

Bube, Dame, König, Axt

Für den eisenharten Vinnie Jones galt im Fußball das Gesetz des Stärkeren – und das setzte er ohne Rücksicht auf die Gesundheit seiner Gegenspieler durch. Nun zittern feingeistige Cineasten vor ihm – „die Axt“ macht Karriere beim Film. imago

Vinnie Jones mag es immer noch brutal. Als Spieler pflegte "die Axt" seinen Ruf als größter Rüpel auf Englands Fußballfeldern, und auch als Hollywood-Mime bevorzugt er die härtere Gangart. Er ist ein Typ, den man lieber auf seiner Seite weiß. Im knallharten Filmgeschäft hat sich der von Tätowierungen übersäte Vincent Peter Jones wie schon auf dem Spielfeld trotz minderer Begabung durchgesetzt.

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"Die Kritiker sagen über jeden meiner Filme, dass dies mein letzter sein wird. Ich habe jetzt übrigens in etwa 30 Streifen mitgespielt", sagt der 42-Jährige trotzig. Zwar ist der frühere Wales-Kapitän stets auf die Rollen des Profikillers oder brutalen Schlägers limitiert, doch gerade darin liegt sein Erfolgsgeheimnis. Während es der deutsche Ex-Nationalverteidiger Berti Vogts nur zum biederen Kaninchenzüchter im Tatort gebracht hat, glänzt Jones auf der Leinwand neben Weltstars wie Brad Pitt, Nicolas Cage und John Travolta. Für sein Film-Debüt in "Bube, Dame, König, Gras" (1998) erhielt der frühere Chelsea-Kapitän den Preis als bester britischer Nachwuchsschauspieler, und drei Jahre später durfte er sich in England sogar Schauspieler des Jahres nennen.

Die schnellste Gelbe Karte der Fußballgeschichte


Jones hat es verstanden, seinen Ruf vom Rasen auf die Leinwand zu übertragen. Schon als Spieler agierte er als "Schauspieler", als er ein Video mit den hinterlistigsten Fouls veröffentlichte. Dafür wurde Jones vom Verband mit 30.000 Euro zur Kasse gebeten. Ohnehin ließ der zweifache Vater als Spieler keine Gelegenheit aus, um an seinem Image als Bad Boy zu arbeiten. Noch heute hält er den Rekord für die schnellste Gelbe Karte der Fußballgeschichte, als er bereits fünf Sekunden nach dem Anpfiff verwarnt wurde. Jones griff Paul Gascoigne in die Kronjuwelen und biss einem Reporter in die Nase. Nach einem Foul an Kenny Daglish teilte er dem Schotten brühwarm mit: "Mach das noch mal, dann reiß ich dir das Ohr ab und spuck´ in das Loch."

Auch seinen größten Erfolg in 386 Profispielen verdankt der in Watford geborene Verteidiger nach Meinung seiner Mitspieler einem brutalen Foul. Als sein FC Wimbledon im englischen Pokalfinale 1988 den hoch favorisierten FC Liverpool besiegte, verschaffte Jones sich gleich in der ersten Minute bei Gegenspieler Steve McMahon Respekt. "Das war die Schlüsselszene. Das Tackling ging von der Kehle bis zum Knöchel. Das Spiel war damit schon gewonnen", erinnert sich John Fashanu.





Seine zweite Karriere hat Jones seiner Meinung nach den Respekt verschafft, den er als Fußballer nie bekam. Und so zeigt der Sohn eines Wildhüters nach und nach sein wahres Gesicht hinter der Maske des ewigen Bösewichts. Jones hat seine schwere Kindheit in einem Arbeiterviertel nie vergessen, trinkt immer noch mit den selben Kumpels, teilt Essen für Bedürftige aus und spendet Gagen für Krankenhäuser.

Und dass ihm sein Ruhm keine Narrenfreiheit beschert, erfuhr der stets grimmig schauende Jones vor knapp drei Wochen. Als er in einem Pub beim abendlichen Bier den Text für eine Rolle übte, nervte er den Wirt so sehr, dass dieser ihn achtkantig aus dem Lokal war.


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