Was läuft schief beim VfB und FCK?

Dinos in der Krise

Kaiserslautern gegen Stuttgart ist das Duell zweier Sorgenkinder. Aber was läuft eigentlich schief bei den Klubs? Und was macht Hoffnung?

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Wo hakt es beim VfB Stuttgart?


Der Umbruch

Jos Luhukay hat in seinem Leben etwa so viele Aufstiege vollbracht wie Reinhold Messner und dabei noch alle Zehen behalten. Der Holländer führte mit Borussia Mönchengladbach, dem FC Augsburg und Hertha BSC gleich drei Teams wieder in die Bundesliga. Auf dem Papier war Luhukay die nachvollziehbare Verpflichtung für eine angepeilte Direktrückkehr des VfB – und die Einkäufe auf dem Transfermarkt klangen auch nicht gerade wie Trostpreise. Mit Hajime Hosogai und Tobias Werner beispielsweise kamen zwei erfahrene Bundesligaspieler, vom VfL Bochum der zuverlässige Knipser Simon Terodde 

Die Topspieler

Allein von der Veranlagung her hat ein Spieler wie Alexandru Maxim rein gar nichts in der Zweiten Liga zu suchen. Das dachte wohl auch Jos Luhukay, auch wenn er dies etwas anders interpretierte: Maxim spielte in den vergangenen beiden Saisonspielen gerade einmal 32 Minuten. Schon im Pokal hatte Luhukay den Kreativakteur auf der Bank gelassen und auf Rückfragen ziemlich barsch reagiert. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt seiner Amtszeit gab sich der Trainer auf altbekannte Weise mürrisch und stur. Doch: Der VfB hätte vor der Verpflichtung wissen können, dass diese Eigenschaften so unverrückbar zu Luhukay gehören wie sein massiver Schnäuzer.

Die verlorene Aufbruchstimmung

Zum ersten Spiel in der Zweiten Liga war die Stimmung beim VfB fast schon besser als zu manch tristen Bundesligatagen. 55 000 Fans kamen zum Saisonauftakt gegen den FC St. Pauli und feierten gleich den ersten Sieg. Es folgte eine Niederlage in Düsseldorf, ein Sieg in Sandhausen und eine ziemlich blamable Pleite gegen Heidenheim. Viel schwerwiegender allerdings wog der Richtungsstreit zwischen Luhukay und dem nach ihm installierten Sportvorstand Jan Schindelmeiser. Letzterer soll nach eigenem Bekunden »schon nach dem ersten Treffen« gemerkt haben, dass beide nicht miteinander können. Viele Beobachter kennen es, wenn sich zwei nicht ausstehen können, kein Wort miteinander wechseln und trotzdem zusammen den Alltag verbringen. Doch sollte man die Ehe nicht mit einem Fußballverein vergleichen.

Der Spielplan

Am Donnerstag gab Luhukay seinen Rücktritt bekannt. Die Interimslösung lautet Olaf Janßen, zusammen mit Heiko Gerber und Andreas Hinkel. Nach dem Spiel in Kaiserslautern geht es gegen die aufgedrehten Braunschweiger. Spätestens nach diesem Spiel soll ein neuer Trainer (gehandelt wird Markus Gisdol) auf der Trainerbank sitzen. »Selbst wenn die Interimstrainer sieben Punkte aus zwei Spielen holen«, so Schindelmeiser. Bei acht Punkten muss er sich aber noch mal Gedanken machen.

Das macht Hoffnung

Kommunikation ist alles. Jos Luhukay hatte noch auf die Sprach- und Integrationsprobleme bei den neuen Spielern hingewiesen, da wischte Schindelmeiser nach dessen Abgang jegliche Zweifel weg: »Die drei neuen Spieler sind der Sprache schon mächtig, vielleicht nicht so perfekt der deutschen Sprache«, sagte er. Na immerhin, irgendeine Sprache sprechen sie schon. Und wie gut für den VfB, dass die heutigen Spieler nicht mehr viel mit Mario Basler zu tun haben. Der sagte einst: »Ich lerne doch nicht Französisch für die Spieler, wo die deutsche Sprache nicht mächtig sind.«

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