11.04.2013

Was die Nationalelf von Bayern und Dortmund lernen muss

Jogi, erzähl mir eine Erfolgsgeschichte!

Seite 2/3: Masterfrage: Wie knackt man große Gegner?
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Es war zu erwarten, dass sein Urteil allergische Reaktionen bei den Gemeinten hervorrief. »Man kann das EM-Halbfinale und das Champions-League-Spiel nicht vergleichen«, sagte Bundestrainer Joachim Löw tags darauf. Und Robin Dutt, Sammers Nachfolger beim DFB, sprang ihm zur Seite: »Ich würde nur sehr ungern die eine sehr gute Mannschaft, also die Bayern, gegen die andere sehr gute Mannschaft, also die Nationalmannschaft, aufwiegen – weil das doch ein Vergleich ist, der unrealistisch ist.« Worte der musketierhaften Solidarität beim DFB. Einer für alle, alle für einen, die Reihen schließen sich reflexartig. Und Sammer ist der gemeinsame Gegner. Dabei ging es ihm ja gar nicht darum, die Nationalmannschaft schlecht zu reden – er will vielmehr, dass sie aus ihren Fehlern lernt. Erst recht, wenn ihr jemand vorgemacht hat, wie man diese Fehler vermeidet und auch keine anderen begeht. Kurz: wie man eine italienische Mannschaft schlägt, ohne mit der Wimper zu zucken. Und wo steht es eigentlich geschrieben, dass man nicht vergleichen könne? Muss nicht hier wie da der Ball ins Tor?

Das Erbe Klinsmanns

Jeden Tag ein bisschen besser werden – das wollte einst auch Jürgen Klinsmann, Löws Vorgänger, nur dass er dabei netter lächeln konnte als Sammer. Der Prozess der ständigen Selbstoptimierung, der die Nationalmannschaft aus dem Mittelmaß der frühen Nuller Jahre herausführte, ist jedoch mit der Zeit feuilletonisiert worden, bis hin zu der Losung: Jeden Tag ein bisschen schöner werden. Es geht nun auch um Haltungsnoten. Was die harten Ergebnisse anbelangt, kommt der Prozess indes an einer entscheidenden Stelle nicht weiter, bei der Masterfrage: Wie knackt man die großen Gegner? Italien. Und: Spanien.

Nun finden, nachdem der FC Bayern auch das Rückspiel in Turin mit 2:0 gewonnen und Borussia Dortmund sich gegen den FC Malaga durchgesetzt hat, tatsächlich ein oder, je nach Auslosung, sogar zwei oder drei deutsch-spanische Duellen in der Champions League statt. Noch dazu bilden sowohl Bayern und Dortmund als auch Real Madrid und der FC Barcelona die Blöcke der Nationalmannschaften ihrer Länder. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass ein deutsches Team das schafft, was Löws Mannschaft bislang nicht gelungen ist: Spanien zu schlagen. Einen Titel zu holen. Seinen Fußball mit Erfolg zu krönen.

Noch, das wollen wir bei aller Begeisterung nicht vergessen, ist das auch das CL-Finale nicht gewonnen. Doch das Momentum, mit dem die deutschen Teilnehmer ins Halbfinale gehen, ist ein besonderes. Es macht Hoffnung, dass die so pathetisch als »Fluch« bezeichnete Serie aus zwei Niederlagen der deutschen gegen die spanische Nationalmannschaft auf Klubebene beendet werden kann.

 
 
 
 
 
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