17.05.2014

Was das Pokalfinale für die WM bedeutet

Schaulaufen für Jogi

Am Samstag stehen sich Bayern München und Borussia Dortmund als Rivalen gegenüber. Doch es geht nicht nur um den DFB-Pokal. Auch WM-Stammplätze stehen auf dem Spiel.

Text:
Stefan Hermanns
Bild:
imago

Jerome Boateng ist ein Mann mit Prinzipien. »Familie kriegt alles«, sagt er. Seine Verwandten sind bei der Zuteilung von Eintrittskarten für das DFB-Pokalfinale am Samstag bevorzugt behandelt worden. Der Rest seines persönlichen Kontingents wurde streng nach Eingang der Meldungen unters Volk gebracht. Insgesamt 30 Kartenwünsche konnte Boateng, der Innenverteidiger des FC Bayern München, befriedigen, noch einmal so viele musste der gebürtige Berliner allerdings abschlägig bescheiden.

Bei diesem Duell ist das allgemeine Interesse so groß, dass nicht mal persönliche Beziehungen zu einem direkt Beteiligten helfen, um noch ins Olympiastadion zu kommen.

Bayern München gegen Borussia Dortmund – das ist derzeit das größte denkbare Ding im deutschen Fußball. Es ist aber auch so etwas wie ein Familientreffen der deutschen Nationalspieler. Von den 27 Spielern, die kommende Woche zur WM-Vorbereitung nach Südtirol reisen, könnte am Samstag fast die Hälfte im Olympiastadion auf dem Platz stehen: sieben Bayern und sechs Dortmunder.

Erst Rivalen, dann im selben Team

Man kennt sich, aber das muss nicht zwangsläufig heißen, dass man sich auch mag. So etwas kommt gerade in den besten Familien vor. In den vergangenen fünf Jahren haben beide Klubs die Meisterschaft unter sich ausgemacht; im dritten Jahr hintereinander treffen sie jetzt auch im DFB-Pokal aufeinander (zweimal im Endspiel, einmal im Halbfinale), dazu standen beide vor einem Jahr im Finale der Champions League. Die Sache ist ernst, und die Rhetorik wird jetzt wieder zunehmend kriegerischer. »Ich erwarte, dass eine Gruppe auf dem Platz steht, in der jeder Einzelne sagt: ›Ich sterbe für meinen Mitspieler‹«, sagt Bayerns Sportdirektor Matthias Sammer.

 
 
 
 
 
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