Warum Neven Subotic Borussia Dortmund sehr fehlen wird

Eine schöne Nachricht

Mit Neven Subotic verliert der BVB einen Leuchtturm der Klopp-Ära. Die gute Nachricht: Aus Subotic wird endlich wieder der Verteidiger, der einmal größer als sein Vorbild John Terry war. 

imago

Was ist das für eine Szene? Alles dreht sich um den nächsten Superstar, den nächsten Vertrag, und die Frage nach dem Allergrößten. Alles dreht sich um die alltäglichen Verfehlungen des nächsten Superstars und das sich anschließende Scheitern, um Größenwahn, um Steuervermeidungsmodelle auf Inseln, die niemand je betreten wird. Alles dreht sich um die neuesten Snapchat-Filter und Instagram-Posts der modernen Helden. Make football great again!

Es gibt nur Sieger und Verlierer. Dazwischen die unendliche Leere eines gewöhnlichen Bundesligaspieltags, der doch wieder nur neue, sich stets reproduzierende Geschichten hervorbringt. Helden und Banditen. Die Helden, die Sieger feiern wir, die Banditen und Verlierer stampfen wir in den Boden. Auf dass sie nie wieder aufstehen. Doch mittlerweile sind wir zu müde, uns überhaupt zu etwas aufzuraffen.

Mit stets wachsender Verachtung blicken wir auf die Glitzerwelt des Fußballs und fragen uns: Was ist das nur für eine Szene? Und warum hängen wir an ihr?

»Endlich etwas zurückgeben«

Typen wie Neven Subotic, Mahnmale einer besseren Welt, wirken in ihr verloren. Sie weigern sich beharrlich, Teil der medialen Verwertungskette zu werden. Klar: Typen wie Neven Subotic sitzen in Talkshows, aber sie haben etwas zu erzählen. Wir hören ihnen gerne zu. Wir lassen uns von ihnen einnehmen (vor allem, wenn sie wie Subotic die Meisterschaft mit Fans auf dem Autodach feiern), begeistern, wir kennen ihren Lebensweg. Als Kleinkind vom Balkankrieg nach Deutschland gespült, von dort in die USA, auf einem Bolzplatz entdeckt, die Rückkehr nach Deutschland. Jetzt als Fußballer.

»Ich hatte bisher auch deshalb ein sehr glückliches Leben, weil andere Menschen uns bei der Integration in Deutschland und später in den USA unterstützt haben«, sagt Subotic. »Als ich dann 17 wurde, war ich endlich in der Lage etwas zurückzugeben, nicht zuletzt dank des Privilegs Profifußballer sein zu dürfen.« 

Der Mensch Subotic auf der einen Seite, der Fußballer Subotic auf der anderen Seite. Um den war es zuletzt still geworden. Dabei war es der Fußballer Subotic, der den Menschen Subotic als Mahnmal einer besseren Welt in die Öffentlichkeit rückte. 

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