Warum Herthas Niederlage in München ein Riesenspaß war

Niederländischer Positivismus

Der Gewinn in Herthas beherztem Auftritt in München liegt nicht im Ergebnis, sondern im Übersinnlichen.

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Änis Ben-Hatira blinzelte der tiefstehenden Herbstsonne entgegen, als justament eine massive Gruppe von 80 oder 100 Personen um die Ecke bog und unzweifelhaft Kurs auf ihn nahm, wie er da so vor dem Kabineneingang auf dem Hertha-Gelände stand. Für einen Moment traute der Fußballprofis seinen Augen nicht. Als die Gruppe vorwiegend schwarz gekleideter junger Männer strammen Schrittes ihn erkannten, rührten sich ihre Hände zum Applaus. Erst jetzt lächelte Ben-Hatira ihnen entgegen.

Es kommt nicht allzu oft vor, dass die Hertha-Fans aus der Ostkurve eine kleine Delegation zusammentrommeln, um ihrer Mannschaft auf dem Übungsplatz einen Besuch abzustatten.

Die stolzen Hertha-Fans

Zuletzt kam eine solche Abordnung vor einer halben Ewigkeit, weil man nun überhaupt nicht einverstanden war mit den Leistungen der Mannschaft. Was sie den Herren Fußballprofis auch mal deutlich ins Gesicht sagen wollte. Gestern aber trieb die Delegation anderes. Die Hertha-Fans wollten ihrer Mannschaft zu verstehen geben, wie stolz sie sei über die Leistungen der vergangenen Wochen, insbesondere der von München.

Obgleich Hertha beim 2:3 keinen Punkt aus München entführte, spielten die Berliner mutig und taktisch beeindruckend auf, so dass der Champions-League-Sieger nur mit größter Mühe den aufstrebenden Aufsteiger gerade noch einmal hatte niederringen können.

Es hat »einen Riesenspaß gemacht«

»Ich weiß gar nicht, wann die Bayern das letzte Mal auf Zeit gespielt haben, um ein Ergebnis über die Zeit zu retten«, sagte Ben-Hatira. Der offensive Mittelfeldspieler hätte nach der frühen Führung von Adrian Ramos sogar beinahe das 2:0 erzielt, sein Lupfer klatschte aber gegen die Latte des Münchner Tores.

Auch sonst hatten die Berliner noch einige Tormöglichkeiten, was »gegen die Bayern nicht so selbstverständlich« sei. Auch wenn es am Ende dann doch nicht reichte zum erhofften Punktgewinn, so habe es doch »einen Riesenspaß gemacht«.

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