Warum Falko Götz erneut gescheitert ist

Wasser marsch!

Falko Götz galt mal als das Versprechen in eine moderne Trainergeneration. Jetzt ist der 47-Jährige auch bei seiner Mission in Kiel gescheitert und droht einer der vielen Übungsleiter zu werden, die auf ewig den Schlauch in der Hand halten. Warum Falko Götz erneut gescheitert ist Noch vor etwas mehr als drei Monaten feierte Falko Götz mit über zweitausend Kielern den Aufstieg in die Dritte Liga. Die KSV Holstein taumelte in einer neuen Glückseligkeit und der Trainer versprach: Wir bauen hier etwas auf. Es wurde applaudiert und eifrig auf breite Schultern geklopft. Götz und Kiel, ein ehrgeiziges Projekt und ein ehrgeiziger Trainer, das schien zu passen. Gemeinsam mit Andreas Thom sollte Falko Götz den Meister von 1912 zurück in den großen deutschen Fußball führen. Die 2. Bundesliga wurde als kurzfristiges Ziel ausgegeben. Als Blaupause diente der Weg der TSG Hoffenheim. Große Pläne für eine große Zukunft. Und Götz schien das lachende Gesicht dieser Vision zu sein.

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Seit der letzten Woche ist diese Zukunft jedoch schon wieder Vergangenheit. Das Gesicht ist versteinert. Holstein hat seinen Trainer entlassen. Nach nur neun Monaten. Vom Gefühlsüberschwang des Sommers ist nicht mehr viel übrig geblieben. Der ehrgeizige Götz hatte sich mit seiner Mannschaft überworfen. Nach der Niederlage in Braunschweig eskalierte die Situation. Götz soll seinen Spieler Marco Stier mit der flachen Hand auf die Stirn geschlagen haben. Der Verein reagierte. Götz wurde fristlos gekündigt.

Der Trainer selbst bestreitet diese Vorwürfe, spricht von Rufmord. Noch sind nicht alle Einzelheiten geklärt. Für Falko Götz allerdings bedeutet das Aus in Kiel schon jetzt ein erneutes Scheitern. Das große Projekt war seine Chance, sich als Trainer endgültig im deutschen Profi-Fußball zu etablieren. Vor ein paar Jahren noch galt Falko Götz zusammen mit Jürgen Klopp und Thomas Doll als eine der großen Trainer-Hoffnungen der Bundesliga. Er verkörperte den jungen Trainer, neue ideen, moderne Ansätze. Doch bislang ist es dem 47-Jährigen nicht gelungen, dauerhaft erfolgreich zu arbeiten. Auf kurze Zwischenhochs folgte oft unmittelbar der konsequente Absturz. Götz, smart  und medienwirksam, ist in der Lage, seine Mannschaften stark zu reden. Er lüftet durch, bricht alte Strukturen auf und sorgt für einen neuen Motivationsschub. Doch der Götz-Effekt ist von erschreckend kurzer Halbwertzeit.

Und Götz offenbar eher ein Trainer für nur eine Halbserie. Das war in Berlin so, bei 1860 München und nun auch in Kiel, wo die Mannschaft nach dem Aufstieg seltsam unmotiviert auf der Stelle zu treten schien. Und so bleibt Götz letztendlich nur einer jener Trainer, deren Namen immer dann fallen, wenn schnelle Retter gesucht werden. Wenn ein Verein einen Trainer sucht, der schnell für den entscheidenden Motivationsschub sorgen kann. Doch Götz selbst hat immer wieder betont, dass er kein Feuerwehrmann sein will. In Kiel wollte er deshalb etwas aufbauen. Mit bekanntem Ausgang. Und so wird Falko Götz demnächst wohl doch irgendwo den Schlauch in der Hand halten müssen.

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