Warum ein Weltmeister unter Mafia-Verdacht steht

Der grandiose Aufreißer

In Italien läuft derzeit einer der größten Mafia-Prozesse der Geschichte. Unter den 147 Angeklagten ist auch ein Weltmeister von 2006.

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Kalabrien ist ein paradiesischer Ort. Vor den Küsten färbt sich das Tyrrhenische Meer tief türkis, die Straßen werden gesäumt von Bergamottenplantagen und zwischen den Hügeln der weitläufigen Landschaft tauchen immer wieder verwunschene, pittoreske Orte auf. Guter Wein wird hier gekeltert, jährlich genießen zahllose Touristen die Sonne Kalabriens.

Außerdem ist die gesamte Region von einem Krebsgeschwür befallen, das ins ganze Land, ja in die ganze Welt streut: Die ’Ndrangheta.

Ein Kampf gegen Windmühlen

Die kalabresische Mafia setzt im Jahr 53 Milliarden Euro um: mit Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Raub, Betrug. Sie ist die mächtigste Mafia-Organisation Europas. Die Unterwanderung der italienischen Gesellschaft ist für die Nationale Antimafia-Staatsanwaltschaft oft ein Kampf gegen Windmühlen.

Umso größer war der Erfolg, als 2015 gleich dutzende Angehörige der Mafia verhaftet werden konnten. Diesen wird aktuell der Prozess gemacht, es ist der größte der norditalienischen Geschichte. Unter den Verhafteten damals: Giuseppe Iaquinta.

Ebenfalls angeklagt ist nun dessen Sohn Vincenzo Iaquinta, 40-maliger Nationalspieler Italiens und Weltmeister 2006. Im Finale in Berlin wurde er in der 61. Minute eingewechselt.



2006 wurden Gerüchte laut, Iaquinta habe illegal Wetten platziert

Iaquinta kam erst mit 25 Jahren mit Udinese in der Serie A an, wurde auf die Tribüne gesetzt, als er seinen Vertrag nicht verlängern wollte, wurde begnadigt, traf und traf und traf, wechselte zu Juventus Turin und wurde Meister. Als einen »grandiosen Aufreißer« beschrieb ihn einst die »FAZ«, was seinen Spielstil ganz gut trifft.

2006 wurden Gerüchte laut, Iaquinta habe illegal Wetten platziert, wie Gianluigi Buffon oder David di Michele auch, ohne dass ihm das nachgewiesen werden konnte. Der Hang zum Halbseidenen scheint Iaquinta nun einzuholen.

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