Warum der HSV in Gladbach nicht gewinnen konnte

Slomkas Auswärtsfluch

Der Hamburger SV verliert auswärts mit 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach. Allerdings können die Gladbacher erst nach der Pause auf die Schwachstellen der Hamburger reagieren. Die 11FREUNDE-Taktikanalyse.

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Am Sonntagnachmittag kam es in der Bundesliga zu einem Duell der umgekehrten Vorzeichen: Vor wenigen Jahren noch spielte der Hamburger SV um die Champions-League-Qualifikation und Borussia Mönchengladbach um den Abstieg. Nun muss Mirko Slomka den Bundesliga-Dino vor dem Gang in die zweite Liga bewahren. Sein Team begann in einer 4-2-3-1-Formation. Lucien Favre setzte auf das gewohnte 4-4-2-System mit zwei beweglichen Stürmern.

Hamburg steht stabil

Der Hamburger SV konzentrierte sich zunächst darauf, defensiv sicher zu stehen. Sie bauten ihre Viererketten an der Mittellinie auf und schlossen die Zwischenlinienräume. Ab und an schoss Sechser Tomas Rincon aus der Abwehr und attackierte Gladbachs Christoph Kramer, den präsentesten Gladbacher Aufbauspieler. Sobald Gladbach an den Viererketten vorbeikam, fiel Hamburg sofort zurück an den eigenen Sechzehner. Dort standen sie extrem kompakt, fast schon in einer Art Achterkette.

Mit dieser simplen defensiven Ausrichtung schaffte es der HSV sehr effektiv, die Gladbacher vom eigenen Tor wegzuhalten. Die Hausherren beschränkten sich zunächst auf ihr geduldiges Ballbesitzspiel und ließen den Ball laufen. Durchbrüche schafften sie jedoch nur äußerst selten. Arango hatte nur geringen Einfluss auf das Spiel, Kruse und Raffael hingen in der Luft und kamen zwischen den Linien nicht an den Ball.

Ins letzte Drittel gelangte Gladbach fast ausschließlich über die Flügel. Dort stellten Raffael und Kruse Überzahlsituationen her. Gegen Hamburgs enge Verteidigung am Strafraum fand Gladbach jedoch kein Mittel, oft blieben ihnen nur Flanken und Fernschüsse. So waren es die Hamburger, die nach knapp einer halben Stunde mit der ersten Chance in Führung gingen.

Gladbach visiert die Schwachstellen an

Erst nach dem eigenen Rückstand fand Gladbach besser ins Spiel. Nach und nach nutzten sie die unorthodoxe Rolle Rafael van der Vaarts besser aus: Dieser positionierte sich in der Defensive sehr nah am eigenen Mittelfeld und half Lasogga kaum im Pressing. Die Gladbacher Verteidiger hatten viel Zeit am Ball. Sie streuten nun häufiger lange Bälle ein. Nachdem Daems per Elfmeter den Ausgleich erzielte (36.), hatte Arango nach einem langen Ball die große Chance, zur Führung zu treffen. Er vergab jedoch (42.).

Nach der Pause verbesserte sich Gladbachs Offensivspiel weiter. Lasogga musste verletzt raus, der nun stürmende Zoua hielt den Druck im Pressing nicht hoch. Kramer kippte immer häufiger in die Abwehr ab und diktierte zusammen mit Dominguez das Offensivspiel der Fohlen. Ihre Passgenauigkeit von 91 Prozent bei rund 90 Pässen war ein Grundpfeiler für Gladbachs Aufbäumen.

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