Warum der FCB heute rausfliegt/weiterkommt

Bayern gegen Inter: Revanche, Teil zwei

Keine Frage, der FC Bayern kommt heute Abend weiter! Kraft hält phänomenal, Gomez trifft besser als Eto'o, die Spekulationen um Van Gaal sind beendet und sogar die Bilanz spricht für den deutschen Rekordmeister. Oder etwa nicht? Warum der FCB heute rausfliegt/weiterkommt

Revanche, Teil zwei: Heute empfängt Bayern München im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals Inter Mailand.

Die Chancen stehen nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel gut. Eigentlich sollte sich ganz Fußball-Deutschland freuen, wenn nach Schalke 04 eine zweite deutsche Mannschaft ins Viertelfinale der Champions League einzieht und dafür einen Italiener raushaut. Aber bei Bayern ist alles ein bisschen anders.

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In einer imaginären Viererrunde, die sich heute Abend das Spiel zusammen anschaut, werden sicher zwei für und zwei gegen Bayern sein. Damit jeder sein Wunschergebnis argumentativ unterfüttern kann, bietet 11FREUNDE für Bayern-Hasser und für Bayern-Fans die perfekte Diskussionsgrundlage und nennt je fünf Gründe für ein Ausscheiden und für ein Weiterkommen.

FÜR BAYERN-HASSER: DARUM KOMMT INTER HEUTE WEITER

1. Thomas Kraft
Thomas Kraft wurde erst mit viel Trara zur Nummer eins im Münchner Tor befördert und hielt dann exakt so, wie es Jörg Butt auch getan hätte. In der Champions League gegen den AS Rom kostete sein unnötiges Foul im Strafraum den Punkt, im wichtigen Spiel gegen Hannover 96 leistete Kraft sich einen schlimmen Patzer. Das Spiel gegen Inter ist die nächste schwere Prüfung. Sie ist zu schwer für den jungen Torwart, der genau weiß, dass er sich für die nächste Saison einem neuen Klub empfehlen muss. Denn Manuel Neuer packt schon seine Sachen.

2. Die Innenverteidigung
Der Innenverteidiger-Verschleiß von Louis van Gaal in dieser Saison ist abenteuerlich. Von Demichelis über Breno und Badstuber bis zu van Buyten, Timoschtschuk und zuletzt Luiz Gustavo – jeder wird mal ausprobiert, jeder für zu leicht befunden. In der Bundesliga reicht das vielleicht für Platz drei. International im allgemeinen und gegen Internazionale im besonderen ist das viel zu wenig.

3. Samuel Eto'o
Was hat der Kameruner im Hinspiel nicht alles mit der Bayern-Deckung angestellt! Er war nicht zu stoppen, setzte sich auf engstem Raum immer wieder durch und erspielte sich Chance um Chance. In der Serie A schoss er schon 19 Tore, traf auch am Wochenende gegen Brescia. So viel Pech wie im Hinspiel wird Eto'o nicht noch mal haben und heute Abend einmal treffen. Mindestens.

4. Louis van Gaal
Was für eine Posse: Eigentlich wollten die Bayern Louis van Gaal nach der Niederlage gegen Hannover 96 rauswerfen. Weil ihnen dann aufging, dass es keine Alternative auf dem Markt gab und Uli Hoeneß' aktuelle Logiergäste keinen Trainerschein hatten, durfte der Holländer bleiben. Der Autorität bei den Spielern sind solche Aktionen  nicht zuträglich. Schlechte Voraussetzungen, wenn der Titelverteidiger kommt.

5. Die Bilanz
Noch nie konnte Bayern zu Hause gegen Inter Mailand gewinnen. 1988 setzte es im Uefa-Cup ein 0:2, 2006 konnte der FCB in der Champions League zu Hause immerhin ein 1:1 holen. War aber egal, weil beide Mannschaften sowieso schon weiter waren. Wenn es ernst wird, sind die Italiener stärker als die Deutschen. So war es bei der WM 2006, so war es im Champions-League-Finale 2010..



FÜR BAYERN-FANS: DARUM FLIEGT INTER HEUTE RAUS

1. Thomas Kraft
Was hat dieser Teufelskerl nicht alles gehalten im Hinspiel! Inter spielte nicht schlecht, Inter hatte viele Chance, aber an Thomas Kraft prallte alles ab. Er will heute beweisen, was die Bayern-Fans schon längst wissen: dass man »koan Neuer« braucht. In solchen Spielen werden große Torhüter geboren. Und Thomas Kraft wird einer.

2. Die Innenverteidigung
Trainer Louis van Gaal hat viel ausprobiert und wird deshalb ganz genau wissen, wen er heute bringen kann. Gegen den HSV zeigte er Daniel van Buyten, dass er weiter auf ihn baut, probierte Luiz Gustavo erfolgreich auf einer neuen Position aus. Badstuber und Timoschtschuk sind dagegen ausgeruht und nach ihrer Denkpause besonders heiß. Egal, wer spielt – hinten brennt bei Bayern heute nichts an.

3. Samuel Eto'o
Was für ein Chancentod! Im Hinspiel hatte er eine Möglichkeit nach der anderen, brachte den Ball aber einfach nicht im Tor unter. Mal scheiterte er an Kraft, mal an mangelnder Präzision. Mario Gomez hat gezeigt, wie ein Top-Stürmer es machen muss und handelte getreu dem Motto »Ein Schuss, ein Tor, die Bayern«: 90 Minuten kaum zu sehen, dann auf die eine Chance lauern und treffen. Genauso wird es heute auch sein.

4. Louis van Gaal
Endlich sind die Spekulationen vorbei, endlich herrscht Klarheit: Louis van Gaal verlässt Bayern am Ende der Saison. Damit wissen die Spieler, woran sie sind und können befreit aufspielen. So wie sie es gegen den HSV taten, als Robben und Ribery wieder zu Robbery wurden und zeigten, warum sie zu den besten Flügelzangen Europas gehören. Die Bayern möchten ihren Erfolgstrainer gebührend verabschieden, und dazu gehört eine geglückte Revanche gegen Inter Mailand.

5. Die Bilanz
Sechsmal trafen Bayern und Inter im Europapokal aufeinander. Dreimal gewann der FCB. Zweimal gab es ein Duell mit Hin- und Rückspiel. Beide Male hatte Bayern die Nase vorn. Wer kann also heute nur weiter kommen? Eben.

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