Warum Anthony Modeste für den Kölner Erfolg steht

Nur 40 Sekunden

Das Spiel des 1. Köln ist auf Stürmer Anthony Modeste zugeschnitten. Und der liefert ab. Das ist aber nicht nur ein erfolgreicher Weg, es ist auch eine Einbahnstraße.

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Ich hätte es früher wissen müssen. Dass Anthony Modeste Tore schießen kann. Als ich ihn das erste Mal sah, dauerte es 40 Sekunden. Mein Heimatverein spielte seit über einem Jahrzehnt wieder im DFB-Pokal. Erste Runde und Endspielstimmung. Die Post und eine echte Biermarke warben mit ihren Produkten. Wir saßen auf unseren Stammplätzen und ich erinnere mich noch, dass Modeste uns beim Antraben bereits zulächelte. Wir waren motiviert. Er leider auch.

 

Auf den Anstoß folgte gleich der Ballverlust. Ein langer Ball von Dominque Heintz auf Modeste. Direktabnahme – Tor. Schweigen. Der Kölner Neuzugang hatte ein ganzes Stadion mit nur einer Aktion zum Schweigen gebracht. Es folgten zwei weitere Tore von Modeste, eine 0:4-Niederlage und die Erkenntnis, dass mein Heimatverein eben nur im DFB-Pokal und noch lange nicht in der Bundesliga angekommen war. Danke fürs Eintrichtern, Herr Modeste.

 

Kein Vertrauen in Hoffenheim

 

Es zeichnete sich dennoch ab, dass die 4,5 Millionen Euro für Ex-Hoffenheimer eine solide Wertanlage für den 1. FC Köln darstellen sollten. Bei der TSG saß der Stürmer zwischen den Stühlen und oftmals nur auf der Bank. Adam Szalai und Sven Schipplock, Roberto Firmino und Kevin Volland. Die TSG hatte viele Offensivspieler. Köln nach dem Abgang von Anthony Ujah nicht einen einzigen.

 

»Alles, war er [Trainer Peter Stöger] mir damals gesagt hatte, ist auch wahr geworden«, sagte Anthony Modeste kürzlich. Und tatsächlich: Seit der Saison 2015/16 ist das Kölner Spiel auf den Angreifer zugeschnitten. Ähnlich wie in Hoffenheim aus einer massiven Defensive heraus und mit wenigen Flügelspielern. Zumeist unterstützt nur ein weiterer Halbstürmer den Pressinglauf von Modeste. Vielleicht aufgrund eines Ur-Vertrauens, vielleicht nur mangels Alternativen ließ Stöger seinen Stürmer in der vergangenen Saison auch spielen, wenn er nicht traf. Acht Spiele im Herbst. Fünf im Sommer.

Mehr Vertrauen in Köln

Stögers Reaktion: »Er muss wissen, dass er eine Führungsrolle hat, dem muss er sich stellen.« Statt seinen Spieler abzusägen, lud er ihm nur mehr Verantwortung auf. Ein Grund, weshalb Modeste trotz eines hochdotierten Angebots aus China bei ihm blieb und Sonderschichten einlegte.

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