13.05.2014

Warum 11FREUNDE gegen den FC Augsburg in den Bob stieg

Uncool Runnings

Wir haben die Quittung bekommen: Nach unserer Saisonprognose mussten wir Bob fahren. 11FREUNDE trat an gegen den FC Augsburg, mit dabei Sascha Mölders und Daniel Baier. Die Geschichte der »Uncool Runnings«.

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Die Geschichte der Bobfahrt begann im November 2011. 14 Bundesligaspiele hatte es gedauert, bis der FC Augsburg seinen ersehnten ersten Bundesliga-Heimsieg feierte. Die Mannschaft gewann gegen die von Felix Magath trainierten Wolfsburger mit 2:0, die Torschützen waren - falls sich jemand nicht direkt daran erinnern sollte – Daniel Brinkmann und Edmond Kapllani. Die Spieler waren weitgehend unbekannt und der Etat niedrig, so blieb der FCA trotz des Erfolges gegen Wolfsburg der landläufig unumstrittene Abstiegskandidat Nr. 1. Trotzdem bewahrte der Verein die Ruhe, sprach dem Trainer Jos Luhukay das volle Vertrauen aus, selbst für den Fall, dass er 34 Spiele verlieren würde. Das konnte man in Zeiten ausufernder Trainerrochaden schon »cool« nennen.

Uns als 11FREUNDE - das Magazin für exzessive Metaphernkultur - erinnerten die Augsburger mit ihrem totalen Außenseiterstatus und ihrer Begeisterungsfähigkeit an einen Film aus dem Jahr 1993. Wir schrieben also in unserer Huldigung »Warum der FC Augsburg eine Bereicherung für die Liga ist«:

»Die Augsburger sind die »Cool Runnings« der Liga. Jamaika hat eine Bobmannschaft, Augsburg eine Bundesligamannschaft. Glaubt es oder nicht.«

Die »Augsburger Zeitung« druckte diese Sätze damals als Zitat ab, ansonsten führte der Text nicht unbedingt zu großen Umstürzen in der Welt. Augsburg schaffte nicht nur im ersten, sondern auch im zweiten Jahr sensationell den Klassenerhalt. Nun war es im Sommer 2013 daran, eine Prognose für das dritte Bundesligajahr des FC Augsburg zu erstellen. Nach der Sichtung telefonbuchdicker Statistikbände, Blitzbesuchen bei Jahrmarktauguren und tagelanger Klausur verstiegen wir uns zu dem Fazit:

»Wir müssen es leider sagen: In dieser Saison wird es wohl nicht zum Klassenerhalt reichen. Falls doch, setzen wir uns selbst in den Bob.«

Die Augsburger machten sich fortan auf, unsere Prognose in Grund und Boden zu spielen. Anfangs hielten wir noch an dem Irrglauben fest, unsere Prognose habe sich in den Weiten des Internets versendet. Doch dann trudelten im Winter 2014 erste Nachfragen besorgter Augsburger Fans ein, wie denn unser Bob-Trainingslager laufen würde. Im Februar dann sprach uns Augsburgs Pressesprecher Dominik Schmitz auf unsere Wette an. In der Redaktion wurden erstmals Umzüge in einen fernen Kontinent diskutiert.

Im Mai wurde die Sache ernst. Der FC Augsburg organisierte eine Fahrt auf der Bobbahn in Königssee und begeisterte gar Sascha Mölders und Daniel Baier dafür, gegen uns anzutreten. Viele Redakteure überkam ein spontanes, ärztlich allerdings nicht attestiertes Rückenleiden, das sie von einer Teilnahme abhielt. Benjamin Kuhlhoff und ich wollten es aber durchziehen, voller Unerschrockenheit machten wir uns auf den Weg. Doch spätestens als vor Ort die Worte »Schlangengrube« und »95 km/h« fielen, war davon nicht mehr viel übrig.

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