Vor dem Fankongress 2014

Wie Fans den Fußball wollen

Nach dem Fankongress 2012 soll auch das diesjährige Treffen all jene zusammenbringen, die ansonsten womöglich zu selten miteinander reden: Fans mit Politikern, Fans mit Funktionären und vor allem Fans mit anderen Fans. Wir blicken für euch ins Programm.

imago

Unter dem Motto »Fanfreundliches Stadionerlebnis: Wie Fans den Fußball wollen«, findet am kommenden Wochenende in Berlin der Fankongress 2014 statt. Wir haben für euch das Programm durchforstet und präsentieren die wichtigsten Themen und Veranstaltungen im Überblick.

Der Kongress beginnt am Samstag mit einem Grußwort der Organisatoren von »Pro Fans« und »Unsere Kurve«. Anschließend geht es in den Diskussionsrunden ans Eingemachte. Dafür gibt es verschiedene Themenschwerpunkte, die wiederum in kleinere Diskussionsrunden unterteilt werden.

Im Themenblock »Der Ausrichter: Der Verein und seine Mitglieder« soll es zum einen um die mögliche Wettbewerbsverzerrung durch Werksclubs gehen, und inwieweit diese Sonderfälle mit den Statuten von DFB und DFL überhaupt vereinbar sind. Genannte Beispiele: Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und RB Leipzig. Zum anderen soll diskutiert werden, welche Möglichkeiten der gemeine Fan heutzutage noch besitzt, angesichts ausgegliederter Profiabteilungen und immer schwerer verständlicher Satzungen tatsächlich in die Belange seines Vereins einzugreifen.

Unter der Überschrift »Der Spielort: Das Stadion als Zuhause« ist der Dialog zwischen Fans und Vereinen in Sachen Fankurven-Kultur zusammengefasst. Anhand der Beispiele Hannover und Köln sollen die Vor- und Nachteile eines funktionierenden Dialogs aufgezeigt werden, ehe im Anschluß das sogenannte »St. Pauli-Modell« Thema ist. Dieses strebt eine Selbstregulierung der Fankurven an.

»Was tun, wenn's brennt? Hilfe zur Selbsthilfe« heißt ein weiterer Themenschwerpunkt, der sich dem Spannungsfeld Fans-Medien verschrieben hat. Er soll darüber aufklären, welche Möglichkeiten und Rechte die Fans etwa im Umgang mit Journalisten haben, sollten diese Aussagen aus dem Zusammenhang reißen oder Fakten falsch darstellen. Darüber hinaus geht es um die neuen Stadionverbotsrichtlinien und darum, dem Fan die Notwendigkeit und Möglichkeiten einer rechtlichen Unterstützung näher zu bringen. Mit dabei: mehrere Rechtsanwälte verschiedener Arbeitsgemeinschaften für Fanbelange.

Zu der generellen Entwicklung der Fanprojekte in Deutschland informiert der Fankongress unter dem Titel »Die Mitspieler: DIe Bedeutung von Fanarbeit und Fanvertretungen«. Dabei lautet die zentrale Frage: »Wie parteiisch kann/darf ein Fanprojekt sein?«. Zudem soll darüber diskutiert werden, wie die Arbeit der Fanvertretungen in Zukunft aussehen kann.

Natürlich beschäftigt man sich auch mit dem Fußball jenseits des Profi-Geschäfts. »Abseits der DFL: Probleme im Schatten der ›Großen‹« heißt der entsprechende Teil des Kongresses. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der ewigen Frage, ob die Amateur-Teams der Bundesligisten die unteren Ligen ausbluten, oder im Gegensatz ein Segen für die Ausbildung junger Spieler sind. Anschließend nähert sich eine Podiumsdiskussion dem schmalen Grat zwischen sportlichen Erfolg und finanziellem Gewinnstreben. »Zwischen Aufstieg und Insolvenz - Vereine in der Zwangslage« heißt der einleitende Vortrag des Fanbeauftragten der Sportfreunde Siegen, Uwe Kölsch.

Der Samstag endet mit »Fußballfans und die Polizei: Getrennt in den Farben, getrennt in der Sache?« Die Podiumsdiskussion zu einem der am hitzigsten diskutierten Themen in Sachen Fankultur beginnt mit einer Einleitung von DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock.

Auch der Sonntag startet mit einem prominenten Gast. DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig spricht am Vormittag ein Grußwort an die Kongressteilnehmer, und richtet sein Augenmerk dabei auf die Antidiskriminierungsarbeit, welche auch im Zentrum des gesamten zweiten Tages steht: »Auf den Rängen: Hier bestimmen wir!« ist das entsprechende Schlagwort. Szeneinterne Konflikte treten immer häufiger zu Tage und scheinen weiteres Gefahrenpotenzial in sich zu tragen. Im Podium soll demnach besonders eine Frage im Mittelpunkt stehen: »Kann eine Kurve solch einen Konflikt durch Selbstregulierung in den Griff bekommen, oder müssen Kräfte von außen einwirken?«

Wer zwischen all den hitzigen Diskussionen etwas Ruhe sucht, der findet seinen Platz auf dem »Markt der Möglichkeiten«, der fortwährend über die verschiedensten Initiativen und Organisationen rund um das Thema Fankultur informiert.

Alles über die Anmeldung zum Kongress, eine noch detailliertere Auflistung der Veranstaltungen sowie Informationen über Anfahrt und Übernachtungsmöglichkeiten findet ihr hier > > >

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