Vor dem Duell gegen Arsenal: Ist der Klopp-Hype vorbei?

»Was reimt sich auf Flop?«

Prominente Kritiker, zahlreiche Verletzte, schwankende Ergebnisse – nach knapp 100 Tagen in Liverpool ist die Bilanz von Jürgen Klopp durchwachsen. Schlägt die Stimmung bald um?

imago

»Fußball, Fußball, Fußball«, stöhnte Jürgen Klopp. Gerade war sein Team nicht über ein 2:2 im FA-Cup beim Viertligisten Exeter hinausgekommen, was für seine ohnehin überspielte Mannschaft ein Wiederholungsspiel bedeutete. »Ich kann nicht glauben, dass wir jetzt noch ein Spiel haben«, sagte Klopp und sprach von einer langen Reise, die so eine Saison in England sei. 

Jürgen Klopps Mannschaft, so viel ist klar, geht auf dieser langen Reise mittlerweile auf dem Zahnfleisch. Premier League, FA Cup, Capital One Cup, Europa League – Kein anderes Team der vier großen europäischen Ligen hat so viele Spiele zu bestreiten. Gerade mal 2,9 Tage liegen im Durchschnitt zwischen den Partien der Reds, Zeit zur Regeneration bleibt da kaum. Kein Wunder also, dass Liverpool darüber hinaus von einer veritablen Verletztenmisere betroffen ist und die Leistugen des Teams schwanken. Zehn Spieler fallen derzeit aus, darunter zahlreiche Stammspieler. Nur: Wie viel Schuld trägt Klopp selber daran?

Allardyce bezeichnete Klopp als »verweichlichten Deutschen«

Denn in England ist gerade eine Debatte entbrannt, ob Klopp seine Spieler durch sein laufintensives Gegenpressing verheizt. Die Mehrzahl der Verletzten laboriert an Oberschenkelblessuren, Journalisten und auch Trainerkollegen sehen Klopps kräftezehrenden Spiel- und Trainingsstil als Auslöser dafür. »Die Schuld liegt bei ihm, weil er von seinen Spielern Pressing mit hohem Tempo fordert«, sagte kürzlich Sam Allardyce, Trainer von Sunderland. Auch Liverpools Ex-Coach Graeme Souness oder Fitness-Guru Raymond Verheijen meldeten sich zu Wort: »Traurig zu sehen, wie sich die Muskelverletzungen bei Liverpool seit Klopps Ankunft gesteigert haben. Traurig, aber sehr vorhersehbar.«

Dass Klopp die Verletztenmisere und die vielen Spiele öffentlich beklagte, hat zudem der ein oder andere Kollege zum Anlass genommen, gegen den neuen deutschen Kollegen zu schießen. Liverpool mag (noch) eine Wagenburg für Klopp sein, viele außerhalb dieser Burg können mit Klopps extrovertierter Art an der Seitenlinie eher wenig anfangen. Allardyce bezeichnete Klopp bereits im Dezember als »verweichlichten Deutschen«, nachdem die beiden während des Ligaspiels aneinandergeraten waren. Selbst Arsene Wenger ließ sich zu einem Kommentar hinreißen, nachdem Klopp den engen Spielplan bemängelt hatte: »Es ist nicht mehr wie vor 25 Jahren, deshalb können wir uns nicht immer beschweren, dass wir zu viel spielen«. Auf Twitter machte nach Liverpools 0:2 gegen West Ham bereits der Gag die Runde: »Was reimt sich auf Flop?« Genau.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!