Vor dem DFB-Pokalspiel Halle gegen Berlin

»Duisburg im Hinterkopf«

Nach den Geschehnissen in Duisburg steht auch der Fußball im Fokus. Das DFB-Pokalspiel zwischen dem Halleschen FC und Union Berlin wird zum Hochsicherheitsspiel. Die Beteiligten diskutieren über Vorsichtsmaßnahmen. Vor dem DFB-Pokalspiel Halle gegen Berlin In der ersten Runde des DFB-Pokals am 15. August treffen der Hallesche FC und Union Berlin aufeinander. Das Heimrecht hat der Hallesche FC. Doch das heimische Kurt-Wabbel-Stadion wird zur Zeit saniert, so dass das Spiel ins nahe gelegene Leipzig verlegt werden muss. Beide Fanlager müssen daher mit dem Zug anreisen.

[ad]

Am Leipziger Bahnhof entsteht ein logistisches Nadelöhr, das für beide Gruppierungen zu eng werden könnte. »Natürlich hat jeder von uns Duisburg im Hinterkopf und es ist klar, dass bei dem ein oder anderen die Nerven blank liegen. Wir wollen das Spiel einfach nur noch sicher über die Bühne bringen«, gesteht Winfried Lonzen, Geschäftsführer des ehemaligen Zentralstadions in Leipzig.

Angst vor Minusgeschäft

Auch Halles Vizepräsident Jörg Sitte gibt zu, dass die Spielverlegung »nach dem Drama in Duisburg eine besondere Situation« ist. Jedoch verweist er auf die friedliche Vergangenheit und kann die verschärften Auflagen nicht ganz nachvollziehen: »Unser letztes Punktspiel gegen Union Berlin war in der Saison 1992/1993 und verlief friedlich. Grundsätzlich haben wir ein gutes Verhältnis zu Union Berlin.« Er bedauert, dass ihnen durch den Zuschauerausschluss zusätzliche Gewinne verloren gehen werden. »Neben den finanziellen Einbußen sinkt natürlich auch der neutrale Zuschaueranteil, der sich aus Interesse eine DFB-Pokal-Partie anschauen möchte.« Auch Winfried Lonzen befürchtet finanzielle Einbuße. Für die Verantwortlichen des ehemaligen Zentralstadions in Leipzig steht auch der gute Ruf auf dem Spiel. Sollte es zu Ausschreitungen kommen, könnte es sein, dass der DFB keine Länderspiele mehr nach Leipzig vergibt. Die Einnahmen für den Stadionbetreiber würden damit empfindlich gekürzt. Das Risiko für Ausschreitungen sieht Lonzen allerdings nicht im Spielort: »Von der Situation im Stadion geht keine Gefahr aus, da bin ich mir sicher. Uns macht eher die Anreise beider Fanlager Sorgen.«   

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen


Lonzen kennt die Fangruppen der beiden Ostvereine und die Brisanz, die dieses Duell mit sich bringt: »Die HFC-Fans sind mit den Fans von Lok Leipzig befreundet und die Union-Fans pflegen eine Freundschaft mit den Anhängern des FC Sachsen.« Diese Fan-Freundschaften könnten zu einem »explosiven Gemisch« werden. Daher stuft die Leipziger Sicherheitsinstitutionen die Begegnung als Hochsicherheitsspiel ein. Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen und neue Kartenvorverkaufsregelungen sind die Folge. Nach »Prüfung und Abwägung aller Umstände« haben die Verantwortlichen entschieden, dass der Sektor C (Gegentribüne) geschlossen bleibt, die Sektoren B und D auf 4.500 Zuschauer und der Sektor A auf 3.500 Zuschauer beschränkt werden.

Zusätzlich dürfen nur Karten in den Städten Halle und Berlin verkauft werden. Die Abendkasse bleibt geschlossen. Durch diesen exklusiven Kartenverkauf will man ausschließen, dass sich die verfeindeten Fanlager Zugang ins Stadion verschaffen und das Spiel als Chance nutzen, ihre Feindschaft auszuleben. Nach den Erfahrungen von Duisburg will man in Leipzig vorsichtig sein, um sich am Ende nichts vorwerfen zu müssen. Winfried Lonzen hat Maßnahmen getroffen, von denen er hofft, dass sie nicht benötigt werden. »Wir gehen fest davon aus, dass es ein friedliches Spiel wird.« 

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!