07.10.2012

Vor dem Clasico: Barca und die Abhängigkeit von Xavi

Noch immer ein Star

Er spielt nicht mehr so häufig, sein Körper verlangt nach Pausen. Er ist eine lebende Legende. Und noch immer ist die beste Welt der Mannschaft von ihm abhängig: Barcas Xavi dürfte auch im heutigen Clasico die Ausnahme machen.

Text:
Sebastian Stier
Bild:
Imago

Die Frisur hat sich verändert, ist etwas stachliger geworden. Viel Gel lässt das Haar zackig nach oben stehen. Im Gesicht ist Xavi Hernandez aber der Gleiche geblieben, die weichen Konturen geben ihm immer noch fast das gleiche Aussehen wie vor 14 Jahren. Am 3. Oktober 1998 hat er sein Ligadebüt in der Primera Division für den FC Barcelona unter Trainer Louis van Gaal gegeben – als 17-Jähriger. Der Gegner hieß FC Valencia, Barça gewann durch Tore von Patrick Kluivert, Rivaldo und Sonny Anderson 3:1. Namen, aus einer anderen Epoche, eine gefühlte Ewigkeit her. Kluviert und Anderson arbeiten inzwischen als Trainer, nur Rivaldo steht mit mittlerweile 40 Jahren noch immer auf dem Platz. In Angola. Er hat Geldprobleme.   

Xavi hat den Verein nie gewechselt. Mit elf kam er zum FC Barcelona und ist immer dort geblieben. Daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern. Sein Vertrag läuft bis 2014, Barça will unbedingt bis 2016 verlängern. Xavi wäre dann 36 Jahre alt. »Ich spiele so lange, wie mein Körper durchhält«, sagt er. Momentan sieht es tatsächlich so aus, dass er noch vier Jahre spielen könnte.

In den vergangenen Tagen waren die Bilder von Xavis Debüt im katalanischen Fernsehen oft zu sehen. Wegen seines Jubiläums, aber auch als Einstimmung auf den Clasico gegen Real Madrid im Camp Nou. Xavi wird heute gegen den Erzrivalen natürlich auf dem Platz stehen – so wie jedes Mal, wenn es sich für Barça um ein wichtiges Spiel handelt. Noch immer ist er der Motor der Mannschaft und trotz seiner 32 Jahre unersetzlich. Das fortschreitende Alter scheint ihm nichts anzuhaben, Xavi wirkt dieser Tage zeitlos gut. Fehlt er, kann es schon mal sein, dass die Maschine FC Barcelona ins Stottern gerät. Zu sehen war das zuletzt vor zwei Wochen, beim Heimspiel gegen den FC Granada. Die Gäste mischten Beton an, Barça fiel gegen die elf Verteidiger aus Andalusien wenig ein. Immer wieder rannten sich Lionel Messi und die anderen fest. Die Zeit lief und lief, Trainer Tito Vilanova wurde langsam nervös. Kurz vor Schluss wechselte er Xavi doch noch ein. Es war die richtige Entscheidung. Drei Minuten vor Schluss nagelte der Mittelfeldspieler den Ball zum 1:0 unter die Latte. Golazo sagen sie in Spanien dazu – Traumtor. Barça siegte durch einen weiteren Treffer in der Nachspielzeit 2:0.


 
 
 
 
 
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