Vor Braunschweig-Hannover: Polizei verbietet individuelle Anreise der Fans

Keiner fährt allein!

Beim Derby Braunschweig gegen Hannover sollen erstmals alle Fans geschlossen zu einem Spiel ihrer Mannschaft chauffiert werden. Politiker feiern das neue Konzept. Die Fans klagen vor Gericht auf ihr Recht.

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Die Geschehnisse rund um das Hinspiel zwischen Hannover und Braunschweig haben Politik, Polizei und Vereine dazu bewogen, die Sicherheitsmaßnahmen entscheidend anzuziehen. Damals, an einem ungemütlichen Freitagabend im November 2013, hatten sich Eintracht- und 96-Anhänger ein Duell der etwas anderen Art geliefert: Schweineköpfe und Innereien auf einem S-Bahnsteig, Straßenschlachten und Jagdszenen in der Stadt, eine mehr als halbstündige Pyro-Orgie im Stadion.

Vor dem Rückrunden-Aufeinandertreffen am Sonntag ziehen die Verantwortlichen deshalb die Notbremse: Hannover-Fans, die ihre Mannschaft ins knapp 70 Kilometer entfernte Braunschweig begleiten wollen, durften sich im Vorfeld nur dann auf eines der 2200 Tickets bewerben, wenn sie sich dazu bereit erklärten, geschlossen mit Bussen zum Auswärtsspiel zu reisen. Ohne Verzicht auf die individuelle Anreise, keine Karte! Ohne Zustimmung zum Massentransport, kein Spiel! Möglichkeiten, die Maßnahme zu umgehen, gibt es nur wenige: Die Karten werden erst im Bus ausgehändigt, lediglich einige 96-Sponsoren haben vom Tickets ohne Bus-Bindung ausgehändigt bekommen. Sie dürfen auf eigene Faust anreisen, müssen aber auf einem vorgeschriebenen Platz in der Nähe des Gästebereichs parken.

Die Fans gehen auf die Barrikaden

»Wir werden den Transfer zum Stadion begleiten«, erklärt Thomas Geese von der Polizei Braunschweig. Ab vier Stunden vor Anpfiff würden jeweils sieben Busse im Konvoi Richtung Braunschweig starten. »Um 13.30 Uhr rollt der letzte Bus los. Insgesamt werden die Gästefans in 50 Bussen direkt vor den Auswärtsblock gebracht«, so Geese. 3300 Polizisten aus den verschiedensten Bundesländern werden am Sonntag im Einsatz sein – etwa 300 mehr als beim Derby Dortmund gegen Schalke. Angesichts von nur 23.200 Zuschauern, die ins Eintracht-Stadion passen, ein rekordverdächtiges Publikum/Polizei-Verhältnis.

Die Fans gehen gegen die verschärften Maßnahmen auf die Barrikaden. Bei der Stadt Braunschweig ist unmittelbar nach Bekanntgabe der Pläne ein Antrag für eine »Demonstration zur Reisefreiheit von Fußballfans« eingegangen. Als Unterzeichner bekennt sich die Fanszene Hannover zu der Idee. Der Plan: Anreise von Hannover per Zug nach Braunschweig, Marsch vom Bahnhof in die Innenstadt und weiter zum Stadion.

Die Stadt hat die Auflagen für diese Demonstration inzwischen hart reglementiert: die Hannoveraner dürfen sich nur auf einer bestimmten Fläche rund um den Braunschweiger Hauptbahnhof aufhalten. Einen Marsch wird es aus Sicherheitsgründen nicht geben, demonstriert werden darf nur zwischen 14 und 16 Uhr. Anstoß der Partie ist um 15.30 Uhr.

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