Vier Thesen zu Bayer vs. Bayern

Dreierkette, Viererkette, scheißegal

Leverkusen ringt München ein Remis ab – ihrer Defensive sei Dank. Pep Guardiolas Bayern bleiben dennoch das flexibelste Team der Liga, wenn nicht gar der Welt.

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Bayer Leverkusen gegen Bayern München: In den vergangenen 20 Jahren war dieses Duell oft genug ein Spitzenspiel, in dem es manchmal sogar um die Meisterschaft ging. Davon kann diese Saison keine Rede sein. Nur noch Sonnenschein-Optimisten glauben an einen spannenden Titelkampf, und selbst ihre Hoffnungen beschränken sich auf Thomas Tuchels Dortmunder.

Dennoch war das Duell Rekordmeister gegen Dauervize auch am Wochenende wieder ein unterhaltsames Spiel. Tore fielen zwar keine, dafür bewiesen Roger Schmidt und Pep Guardiola, dass sie das taktische Handwerk beherrschen. Wie unsere vier Thesen zur Partie zeigen:

1. Dreierkette, Viererkette – es ist egal
Die Bayern wechseln ihre Formation bekanntlich öfter als mancher Bundesliga-Spieler seine Unterhosen. Wie unwichtig Formationsbezeichnungen wie 3-4-3 oder 4-4-2 geworden sind, zeigten die Bayern am Wochenende.

Flexibel wechselten sie zwischen zig Formationen. Ob es nun ein 4-3-3, ein 3-4-3 oder gar ein 2-3-5 war, ist letztlich egal. Was zählt, sind die Rollen der Spieler und deren Funktion. So verteidigte Bayern mit vier Verteidigern, um die vier Angreifer Leverkusens decken zu können. Im Spielaufbau blieben nur drei Verteidiger in der Abwehrreihe. Mit einer breiten Dreierkette wollte Bayern die kompakte Leverkusener Defensive auseinanderziehen. Die Bayern wechselten flexibel von der einen in die andere Formation, wenn sie es benötigten.

2. Guardiolas »Bayern der Mittelfeldspieler« - ein Mythos


Guardiola stand einst dafür, ein Faible für Mittelfeldspieler zu haben. Bei den Bayern wird er diesem Ruf schon lange nicht mehr gerecht. Das ist vielleicht das größte Missverständnis der Ära Guardiola: Guardiola wird vorgeworfen, zu sehr auf das Mittelfeld zu setzen. Gegen Leverkusen stand jedoch kein einziger Pep-typischer Mittelfeldspieler auf dem Rasen.

Alonso spielte (wie immer) einen Quarterback, der das Spiel aus der Tiefe machte. Vidal stieß unablässig nach vorne, sein Nebenmann Douglas Costa war erst in der gegnerischen Hälfte präsent. Das Mittelfeldzentrum verwaiste. Guardiolas Team ist hierauf nicht angewiesen. Seine Mannschaft lässt den Ball in der Abwehr, nicht im Mittelfeld laufen, um von dort aus die Flügel zu bedienen. Sie sind die wichtigsten Zonen im Bayern-Spiel. Guardiolas Bayern sind genauso wie van Gaals oder Heynckes' Bayern eine Mannschaft der Außenspieler

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