Verspätete E-Mail vermasselt HSV-Transfer

Das gute alte Faxgerät

Sekou Sanogo will zum HSV wechseln, aber die Vertragsunterlagen treffen vier Minuten zu spät in Hamburg ein. Wie kann eine E-Mail eigentlich zu spät kommen?

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Wenn man Dinge nicht versteht, ist Wikipedia eine durchaus dienliche Einrichtung. Warum ist der Himmel blau? Was zum Geier ist der Welle-Teilchen-Dualismus? Und wie lange hatte die Transkaukasische Demokratisch-Föderative Republik bestand? Wikipedia weiß die Antworten.

Auch für den ein oder anderen HSV-Fan, der einen Tag nach Transferschluss der Frage nachspürt, warum zum Geier erwachsene, büroerprobte Männer nicht in der Lage sind, eine E-Mail rechtzeitig abzusenden, um den Transfer von Sekou Sanogo von den Young Boys Bern nach Hamburg einzutüten, dürfte auf Wikipedia Antworten finden. Denn mit den E-Mails ist es gar nicht so einfach, wie der Otto-Normalverbraucher sich das vorstellt. E-Mails, weiß Wikipedia, sind »asynchrone Kommunikationsmittel«, deren Vorteile zwar jene der Briefpost überwiegen. Allerdings mahnt ein ganzer Absatz: »Die Transportzeit der E-Mail kann ein Problem darstellen, da sie – anders als zum Beispiel beim Telefax – nicht vorhersehbar ist und unter ungünstigen Voraussetzungen stark schwanken kann.«

»Es muss sich wohl um ein Serverproblem handeln«

Wobei der Einschub »anders als zum Beispiel beim Telefax« möglicherweise auch von einem spottenden St. Pauli-Fan in den Artikel hineineditiert sein könnte. Schließlich schaffte der HSV 2011 das Kunststück, einen Wechsel von Eric-Maxim Choupo-Moting zum 1. FC Köln an einem bockigen Faxgerät scheitern zu lassen. Als die Nachricht nun die Runde machte, dass der HSV erneut Opfer einer Last-Minute-Transfer-Panne geworden war, spottete der FC konsequenterweise via Twitter gen Hamburg: ».@HSV Wir fühlen mit euch #HSVFaxfilme« Zumindest der Spott kam an diesem Abend pünktlich.

Dabei muss natürlich fairerweise gesagt werden, dass der HSV ganz und gar nichts dafür kann, dass die Mail der Berner Verantwortlichen erst um 18:04 Uhr in Hamburg eintraf. Deren Sportchef Fredy Bickel beteuerte in der Schweizer Presse sogleich: »Ich habe das Mail zwischen 17:51 und 18:00 Uhr viermal geschickt.«, um sich anschließend direkt aus der Verantwortung zu wieseln: »Es muss sich wohl um ein Serverproblem handeln, bei dem niemand etwas dafür kann.«

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