Valderrama und sein Nachfolger

»El Pibe« und die Hoffnung James

Carlos Valderrama war Kolumbiens Held der 90er - jetzt hat das Land einen neuen Hoffnungsträger: James Rodriguez. Er soll es im Achtelfinale gegen Uruguay richten.

imago

Er ist ein bisschen kräftiger geworden, aber der Schnurrbart ist noch genauso breit wie damals, und zum Friseur muss er immer noch nicht gehen, er hat ja zwei Finger und eine Steckdose. Um das rechte Handgelenk windet sich eine Batterie von Freundschaftsbändern, auf die selbst Wolfgang Petry neidisch wäre. Carlos Alberto Valderrama Palacio wird 53, aber mit seinem wasserstoffblonden Haupt sieht er noch so aus wie im Sommer 1990, als er bei der Weltmeisterschaft gegen die Deutschen kickte, kurz vor Schluss einen schweren Tod zu sterben schien, dann aufsprang und das Tor zum 1:1-Ausgleich vorbereitete, es war das einzige Spiel, das der spätere Weltmeister nicht gewann in Italien.

Er hat jetzt einen neuen Job, neben dem eines Privatiers und Repräsentanten seiner Fußballschule. Valderrama ist oberster Fan der kolumbianischen Nationalmannschaft. Stolz trägt er das gelbe Nationaltrikot mit dem leicht blauen Einstich, es ähnelt ein bisschen dem brasilianischen, was für die optische Unterstützung bei der WM nicht unbedingt von Nachteil ist. Ganz Brasilien strahlt gerade in Gelb-Blau, da fällt auch etwas für Kolumbien ab. „Bei jeder WM gibt es eine große Überraschung“, sagt Valderrama. „Diesmal könnte es Kolumbien sein.“

In Kolumbien nennen sie ihn auch in den Fünfzigern noch „El Pibe“, den Jungen. Seit 1998, seit Valderramas letzter WM in Frankreich, sucht Kolumbien einen neuen Jungen. Valderrama sagt, der neue Junge sei gefunden. Er heißt James Rodriguez, die Kolumbianer nennen ihn nur beim Vornamen, den sie nicht englisch aussprechen, sondern latinospanisch, also Schames. Valderrama sagt, er möge eigentlich keine Vergleiche zwischen heute und gestern, „und deswegen will ich James Rodriguez auch nicht mit mir vergleichen. Diese WM ist seine bisher größte Prüfung“.

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