Unser Manager des Jahres: Michael Zorc

»Diese westfälische Gelassenheit«

Ohne Hektik und mit einem verdammt guten Auge hat Michael Zorc das Gerüst des BVB erschaffen und wurde von unserer Jury erneut zum »Manager des Jahres« gewählt. Sein Kollege Jörg Schmadtke gratuliert in der aktuellen 11FREUNDE-Ausgabe #140 zur Auszeichnung.

Miriam Migliazzi und Mart Klein
Heft: #
140

Nicht, dass ich es nicht gewusst hätte. Aber erneut muss ich feststellen: Der Kerl hat ein verdammt gutes Auge. Gegen Michael Zorc habe ich seit der Jugend gekickt. Er fiel schon damals als strategischer Zeitgenosse auf, der die Dinge mit Ruhe zum bestmöglichen Ergebnis führt. Allerdings muss fairerweise gesagt werden, dass er – wenn wir aufeinandertrafen – stets in der besseren Elf spielte. Egal, ist lange her. Nichtsdestotrotz hat er jetzt auch als Manager einen Kader zusammengestellt, der ein wenig über den Dingen zu stehen scheint. Okay, die Bayern spielen gerade nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich in einer anderen Dimension. Trotzdem, kein Team hat den Münchnern so viel abverlangt, wie der BVB im Champions-League-Finale. Und das ist nicht zuletzt das Verdienst von Michael Zorc.

Er hat sich trotz der Erfolge nie auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Im Verbund mit seinen Mitstreitern hat er es geschafft, die Mannschaft selbst nach zwei Meisterschaften weiter mit einer großen Gier auszustatten. Diese Typen sind so hungrig, dass sie es am Ende der Spielzeit 2012/13 sogar fast bis auf den Thron des europäischen Vereinsfußballs geschafft hätten. Respekt!
Michael weiß es selbst am besten, die Wahl zum »Manager der Saison« ist immer eine knappe Kiste. Um da ganz vorn dabei zu sein, müssen die Transfers sitzen. Und das tun sie im Falle von Zorc schon seit Jahren mit absoluter Regelmäßigkeit. Der Weggang von Shinji Kagawa nach England im Sommer 2012 wurde genauso reibungslos kompensiert, wie im Jahr zuvor der Transfer von Nuri Sahin nach Spanien. Und selbst für Mario Götze, den es nach München zieht, wird er mit der ihm eigenen Besonnenheit sicher an einem sinnvollen Ersatz feilen. Der Zorc ist einfach vorbereitet, der weiß, was er macht. Zumal 37 Millionen Euro Transfererlös für Götze seinem Verein auch ein gutes Maß an Handlungsspielraum lassen. 

Die Erfolgsperiode genießen

Es zeugt von herausragender Marktkenntnis, wie Michael vor der Saison Marco Reus aus Gladbach loseiste, der sich entgegen vieler Prophezeiungen ins Team fügte, als habe er immer in Dortmund gespielt. Es beweist seine Führungsqualität, dass er Vertrauen in die spielerischen Fähigkeiten von Ilkay Gündogan behielt, bis dieser schließlich zur festen Größe beim BVB – und sogar Nationalspieler wurde. Kurz: Zorc ist es gelungen, das ganze Gebilde funktionsfähig zu halten.

Besonders beeindruckend fand ich, dass er bei keinem Treffen nur ansatzweise den Eindruck machte, angesichts der Herausforderungen nervös oder hektisch zu werden. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er sein Amt beim BVB in viel schwierigeren Zeiten übernommen hat. Wenn er nicht ohnehin diese westfälische Gelassenheit besäße, könnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er die gegenwärtige Erfolgsperiode einfach in vollen Zügen genießt. Ich würde es ihm wünschen. Denn bei dem guten, aber nicht einfachen Job, den er macht, hat er sich eine Portion Spaß an der Sache mehr als verdient. Genau wie die erneute Auszeichnung zum »Manager der Saison«.

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Weitere Informationen zu unserer Jury, zur Wahl der herausragenden Persönlichkeiten der Saison und zur 11FREUNDE-Meisterfeier finden sich auch in der aktuellen 11FREUNDE #140

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