Unruhe in Oberhausen

Gerupftes Kleeblatt

Rot-Weiß Oberhausen war in den letzten Jahren vom Erfolg verwöhnt. In der Zweiten Bundesliga aber steht der Klub am Tabellenende. Im Umfeld kommt nun Unruhe auf. Das findet Sportchef Hans-Günter Bruns »enttäuschend«. Unruhe in OberhausenImago Sie wurden in den letzten zwei Jahren vom Erfolg verwöhnt, die Rot-Weißen aus Oberhausen und ihre Fans. Im Durchmarsch eroberten sie von den Oberliga aus die Zweite Bundesliga. Und jetzt, nach dem sechsten Spieltag ziert der SC RWO eben dort das Tabellenende. Fünf der sechs bisherigen Begegnungen wurden mehr oder minder hoch verloren, lediglich gegen Ingolstadt gab es einen Sieg.

Nur drei Punkte und mit 5:18 ein katastrophales Torverhältnis heizen selbst in Oberhausen die Diskussion der Schuldfrage an.

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Doch die »Fanszene« ist diesmal gespaltener als es sonst üblich ist. Einige gibt es, die im Internetforum des Vereins den Kopf des Trainers (Jürgen Luginger) fordern und lieber seinen Vorgänger und jetzigen Sportlichen Leiter Hans-Günter Bruns als Nachfolger hätten, wieder andere werfen dem Sportlichen Leiter mangelnde Motivation der Mannschaft vor, weil stets betont würde, dass ein Abstieg gar nicht so schlimm wäre. Und einige kommen wahrscheinlich dem Grund für das schlechte Abschneiden bisher ziemlich nahe, wenn sie sagen, dass die damalige Oberligamannschaft eigentlich nur unwesentlich verstärkt worden ist und von daher nicht viel mehr zu erwarten sei.

»Alles in Frage gestellt«


Hans-Günter Bruns hält von all diesen Spekulationen gar nichts: »Für mich ist das einfach enttäuschend, wenn ich so etwas lese. Da wird in kurzer Zeit alles in Frage gestellt, was aufgebaut worden ist.« Und dann räumt er mit dem ersten Vorwurf, der ihm gemacht wurde, auf: »Ich habe nie gesagt, dass es nicht schlimm ist, wenn wir wieder absteigen. Wenn wir alles getan haben, gekämpft haben und es dann eben nicht reicht, dann können wir es nicht ändern. Aber ich glaube, dass die Mannschaft genügend Potenzial hat, die Klasse zu halten.«

Keine Diskussion um den Trainer


Diskussionen um den Trainer sind für ihn völlig unnötig: »Der Jürgen macht ein gutes Training, hat gute Ideen. Und das sieht auch die Mannschaft so; die steht voll hinter dem Trainer.« Dass es natürlich nach der Niederlagenserie einigen Gesprächsbedarf gab, bestätigt Bruns: »Wir haben der Mannschaft schon eindringlich klar gemacht, was wir erwarten.«

Die Stärke im Zweikampf

Das ist einfach so umschrieben: »Wir müssen wieder zu unserer alten Stärke zurückfinden und das ist die Stärke im Zweikampf. Die Truppe muss einfach noch ein Schüppchen drauf legen.« Und die Ursachenforschung ergab auch Selbstkritisches: »Vielleicht ist es uns in den letzten zwei Jahren auch einfach zu leicht gemacht worden. Da lief Vieles von selbst und einige haben sich vielleicht ein wenig zu sicher gefühlt, dass es immer so weiter geht, ohne hart zu arbeiten.«

Ob er selbst Fehler gemacht hat? »Einen sicherlich, dass ich den Jürgen vielleicht nicht so sehr unterstützt habe. Vielleicht hätte ich hier und da noch ein paar Tipps mehr geben sollen.« Das will er ab sofort tun, auch wenn er klar stellt: »Alleinverantwortlich war und ist immer der Trainer. So wird es auch bleiben.«

»Alles getan«


Vorwürfe, dass die Mannschaft nicht vor Saisonbeginn verstärkt wurde, lässt Bruns nicht gelten: »Wir haben alles getan, was in unserem bescheidenen finanziellen Rahmen möglich war. Und wir hätten sicherlich den ein oder anderen Spieler auch gern noch geholt, doch da war die Konkurrenz zahlungskräftiger.«

Und da sich das wohl auch in der Winterpause, wenn Transfers wieder möglich sind nicht ändert, bleibt RWO RWO eigentlich nur die Hoffnung, dass die Mannschaft die Ärmel richtig aufkrempelt (am besten schon Freitag, 18 Uhr, gegen Augsburg) und Punkte sammelt. Und schließlich trägt man ja auch noch das »Kleeblatt« auf dem Trikot.
 

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