Unfallopfer Ozan Yilmaz – Comeback nach 564 Tagen

Wieder ganz der Alte

Bei einem Autounfall wäre Ozan Yilmaz vor eineinhalb Jahren beinahe ums Leben gekommen. Jetzt hat er sein Comeback für Fortuna Köln gefeiert.

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Ozan Yilmaz lächelt, atmet tief ein, hält einige Sekunden inne. Er sucht nach Worten, die den Augenblick beschreiben können, auf den er eineinhalb Jahre hingearbeitet hat. Seine Rückkehr auf das Spielfeld.

»Ozan! Ozan! Ozan!«

Das Kölner Südstadion am vergangenen Samstag. Das letzte Heimspiel der Saison, der SC Fortuna führt 1:0 gegen Wehen Wiesbaden, den Klassenerhalt in der Dritten Liga hat der Aufsteiger längst geschafft, die Stimmung ist entsprechend gelassen. Doch plötzlich rumort es auf der Tribüne. Eine knappe Stunde ist vorüber, der Spieler mit der Nummer 19 auf dem Trikot trabt zur Ersatzbank und macht sich einsatzbereit. Die Fans rufen es lauter und lauter: »Ozan! Ozan! Ozan!«

564 Tage sind vergangen, seit Yilmaz bei einem Autounfall beinahe ums Leben kam. 564 Tage harter Arbeit. Mal war er traurig, mal zuversichtlich, mal frustriert, mal zufrieden – vor allem aber hat Yilmaz während dieser Zeit einen Kampfgeist in sich entdeckt, der ihn selbst mitunter überrascht hat. Es hat kaum Momente gegeben, so sagt er, in denen er nicht an sein Comeback geglaubt hat. Jetzt stand er zum ersten Mal wieder für die erste Mannschaft der Fortuna auf dem Rasen und erlebte einen 2:1-Sieg. Yilmaz schmunzelt zunächst, als er seinen Einsatz analysiert: »Wenn ich einen Zweikampf gewann, feierten mich meine Mitspieler, als hätte ich gerade Lionel Messi getunnelt.«

Gebrochenes Becken. Gequetschte Lunge. Gerissenes Zwerchfell.

Yilmaz sitzt auf dem Trainingsgelände der Fortuna und erinnert sich. Es macht ihm keine Probleme, über die vergangenen eineinhalb Jahre zu sprechen. Und über den Moment, der ihn beinahe das Leben kostete.

Er setzte abends in Recklinghausen-Marl, seinem Heimatort, aus einer Parklücke zurück – und wurde gerammt. Ein anderer Wagen krachte in seine Fahrertür. Durch den Zusammenstoß brach sein Becken. Er erlitt innere Verletzungen, einen Zwerchfellriss, eine gequetschte Lunge, sein Magen verrutschte. Dazu hatte er innere Blutungen. »Aber ich habe das gar nicht gemerkt«, sagt Yilmaz. »Ich wurde schnell aus dem Auto gezogen, weil Benzin ausgelaufen ist. Dann wollte ich einfach nach Hause gehen. Ich war in einem Schockzustand, völlig neben der Spur.«

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