16.04.2012

Uli-Borowka-Kolumne: »Die Axt« haut dazwischen

»So verschwindet Werder in der Versenkung«

Unser Kolumnist Uli Borowka macht sich große Sorgen um seinen Ex-Verein Werder Bremen. Der eingeleitete Umbruch, sagt er, kommt viel zu spät. Neue Entscheider braucht der SVW. Zum Beispiel Marco Bode.

Text:
Uli Borowka
Bild:
Imago

Liebe Werder-Fans, ihr müsst jetzt ganz stark sein. Denn die Lage in Bremen ist ernster, als man aktuell vielleicht vermuten würde. Ich jedenfalls mache mir große Sorgen um die nahe Zukunft des SVW. Wenn sich nicht bald etwas ändert, dann müssen alle, deren Herz an Werder hängt, damit rechnen, in den kommenden Jahren schon mit einem einstelligen Tabellenplatz zufrieden zu sein.

Und die gegenwärtige Situation täuscht noch, normalerweise hat Werder Bremen momentan nicht das Zeug, um einen Platz in der Europa League zu ergattern. Dafür hat der Verein die Zeichen der Zeit einfach verpasst.

Werder tritt auf der Stelle: Wegen Lemke und Fischer!

Seit nun schon zwei Jahren tritt Werder auf der Stelle. Während in Hannover oder Mönchengladbach nach und nach ein Umbruch vollzogen wurde, entscheidende Positionen in der Klubführung neu bestückt wurden, halten sich in Bremen immer noch die gleichen alten Männer an ihren Ämtern fest wie vor 15 Jahren. Ich spreche nicht von Thomas Schaaf und Klaus Allofs, dieses Duo macht immer noch einen guten Job.

Es geht um Präsident Klaus-Dieter Fischer und den Vorsitzenden des Aufsichtsrates Willi Lemke. Aus meiner Sicht kann Werder mit diesen beiden Personen nicht für die Zukunft planen – sondern bleibt einfach auf der Stelle stehen.

Die Bremer Scouting-Abteilung hat keine gute Arbeit geleistet

Fischer und Lemke entscheiden bei Werder, wo es lang geht. Sie haben die Macht über die Finanzen und damit die sportliche Planung. Sie haben den Fehler zu verantworten, dass nicht schon vor zwei Jahren die jungen Talente in den Erstligakader eingebaut wurden, sondern erst in dieser Saison. Sie sind verantwortlich für die Bremer Scouting-Abteilung, die in den vergangenen Jahren bis auf wenige Ausnahmen keine gute Arbeit geleistet hat. Sie sind es auch, die Schaaf und Allofs das nötige Kleingeld verwehrt haben, als es darum ging, sportlich wertvolle Spieler einzukaufen.

Jetzt stehen Trainer und Manager vor großen Problemen: Weil die Mannschaft auf Dauer nicht international wettbewerbsfähig ist, werden die wichtigsten Spieler den Verein verlassen, um sich nach besseren Perspektiven umzusehen. Tim Wiese ist schon weg, Claudio Pizarro kurz davor, Naldo wird vermutlich ebenfalls gehen. Was bleibt, sind zwar talentierte, aber gänzlich unerfahrene Jünglinge, mit denen alleine man sicherlich nicht um die Plätze eins bis sechs spielen kann. Die nächste Saison wird alle Werder-Fans auf eine harte Probe stellen.

Marco Bode kann Werder weiterhelfen

Doch wer meckert, der sollte auch Lösungsvorschläge anbieten. Meiner Meinung nach lässt Werder mit Marco Bode einen hochintelligentes Talent nur auf der Ersatzbank sitzen. Seit 2011 ist Marco Nachrückkandidat für den Aufsichtsrat – das nennt man verschenktes Potential! Marco Bode sollte so schnell wie möglich eine führende Funktion bei Werder übernehmen, er besitzt die Fähigkeiten, in Bremen einen erfolgreichen Umbruch einzuleiten. Vor allem hat er den Mut dazu. 

Außerdem bietet sich ein Blick nach Hannover an. Dort haben die Verantwortlichen seit einiger Zeit ein fantastisches Händchen, was die günstige Verpflichtung von richtig guten Spielern angeht, um sie dann in Kombination mit jungen Talenten zu einer anständigen Mannschaft zu formen. Exakt die Fähigkeiten, für die Werder jahrelang berühmt war. Jetzt sind es die 96er, die Werder zeigen wie es geht.

Lieber ein Ende mit Schrecken...

Eines möchte ich noch klar stellen: Ich habe beim SV Werder nichts zu sagen. Das sind lediglich meine Ansichten als ehemaliger Spieler und Beobachter des Vereins. Meine Worte werden sicherlich keine konkrete Wirkung zeigen. Aber es tut mir weh, zu sehen, wie ein so großer Klub wie der SV Werder, der jahrelang in der Champions League mitgespielt hat, nun in der Versenkung zu verschwinden droht. Jetzt muss sich etwas ändern, jetzt muss die Klubführung ihre Konsequenzen aus den verpassten Chancen ziehen! 
Wie heißt es so schön: Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.

Jetzt stehen Trainer und Manager vor großen Problemen: Weil die Mannschaft auf Dauer nicht international wettbewerbsfähig ist, werden die wichtigsten Spieler den Verein verlassen, um sich nach besseren Perspektiven umzusehen. Tim Wiese ist schon weg, Claudio Pizarro kurz davor, Naldo wird vermutlich ebenfalls gehen. Was bleibt, sind zwar talentierte, aber gänzlich unerfahrene Jünglinge, mit denen alleine man sicherlich nicht um die Plätze eins bis sechs spielen kann. Die nächste Saison wird alle Werder-Fans auf eine harte Probe stellen.


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