22.03.2012

TV-Kritik: Der Pokalabend im ZDF

»Was ist denn das für ein Frage?«

Text:
Benjamin Kuhlhoff
Bild:
imago

Hier beginnt der Text!

Ein Stück Fußballgeschichte wird zum Rohrkrepierer

Wahrlich Unglaubliches spielte sich dann ab der 118. Minute ab. Fürth-Trainer Mike Büskens wechselte tatsächlich seine Torhüter und als der 1,98-Meter-Hüne Fejzic auf das Feld lief, wusste Poschmann zu berichten: »Das ist ein Zeichen in Richtung Elfmeterschießen. Er ist der Längste in der Mannschaft. Man sagt, er sei auch ein guter Torschütze. Aber er wird wahrscheinlich auch ein guter Mann auf der Linie sein.« Denkbar, denkt man sich da. Vorausgesetzt man hat das Denken nicht sowieso schon längst eingestellt.

»Was ist denn das bitte für eine Frage?«

Allein das ZDF blendet diese Vorkommnisse komplett aus. In den anschließenden Fieldinterviews wird da lieber Mike Büskens gefragt, ob der eingewechselte Torwart vielleicht noch nicht warm gewesen sei. Gerald Asamoah, dem fast schon Fünfmarkstück große Tränen aus den Augen kullern, soll erklären, was der Mannschaft gefehlt hat. Er kontert auf die erdenklich beste Weise: »Was ist denn das bitte für eine Frage?«

In diesem Momenten zeigt sich, dass das ZDF irgendwie in den Neunzigern stehen geblieben ist. Und der ganze Übertragungstross scheint nicht flexibel genug, um auf unvorhergesehene und emotional-hochexplosive Situationen passend reagieren zu können. Hier wird Dienst nach Vorschrift gemacht, hier sind die Hobbys des Linienrichters wichtiger, als das, was den Fußball auch vor der heimischen Glotze trägt: Emotionen.

Sky zeigt »Asas« Emotionen. Das ZDF zeigt Daniela Katzenberger

 
 
 
 
 
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